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Chemie-Gewerkschaft will "Zukunftskonto" | BR24

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Ab heute verhandelt die Chemie-Industrie in Bayern über einen neuen Tarifvertrag

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Chemie-Gewerkschaft will "Zukunftskonto"

Rund 70.000 Beschäftigte hat die chemische Industrie in Bayern. Nach dem Auftakt in anderen Bundesländern treffen sich heute die bayerischen Tarifparteien in München. Die momentane Wirtschaftsflaute macht die Gespräche nicht gerade einfach.

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Wenn sich Vertreter einer Gewerkschaft und der Arbeitgeber am Verhandlungstisch gegenübersitzen, dann spielen auch die Konjunkturdaten eine Rolle. Die Tarifrunde der chemischen Industrie fällt da diesmal in die Flaute. Der bayerische Arbeitgeberverband spricht sogar von Rezession. Im ersten Halbjahr seien Produktion und Umsatz im Vergleich zu 2018 erheblich zurückgegangen.

Schwäche der Auto-Industrie schlägt durch

Ein Grund dafür ist die Automobilbranche. Viele der meist kleinen und mittelständischen Betriebe in Bayern beliefern Autobauer und ihre Zulieferer. Und da die zurzeit in der Krise stecken, fehlen die Aufträge. Das will der Arbeitgeberverband der Gewerkschaft heute klarmachen. Raum für ein Lohnplus sieht er nicht. Die IG BCE wird kontern mit ihren Forderungen. Unter anderem will die Gewerkschaft ein Zukunftskonto von jährlich 1.000 Euro durchsetzen. Der Mitarbeiter soll das Geld in Freizeit oder Zeit für Weiterbildung einsetzen können. Um beim digitalen Strukturwandel mitzuhalten, müssten sich auch in der chemischen Branche die Beschäftigten weiterbilden.

Gewerkschaft fordert "spürbare" Gehaltserhöhung

Eine konkrete Prozentzahl beim Einkommen nennt die Gewerkschaft nicht. Die Entgelte und Ausbildungsvergütungen sollten „spürbar“ und „real“ steigen, also Inflationsausgleich plus X. Die Branche mache immer noch Gewinne. Das erste Treffen heute ist zugleich auch erst einmal das letzte. Danach wird auf Bundesebene für die chemische Industrie weiter verhandelt.