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Carsharing wächst: 350.000 neue Nutzer allein 2018 | BR24

© dpa-Bildfunk/Jan Woitas

Carsharing: Die Branche wächst.

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    Carsharing wächst: 350.000 neue Nutzer allein 2018

    Carsharing steckt im Umbruch: Die Nutzerzahlen wachsen kräftig, die Branchengrößten Daimler und BMW fusionieren ihre Dienste. Die meisten Kunden können die Fahrzeuge abholen und abgeben, wo sie wollen. Trotzdem ist gibt es auch kritische Experten.

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    Die Carsharing-Firmen hat im vergangenen Jahr 350.000 neue Nutzerkonten dazugekommen. Die größten Player Daimler (drivenow) und BMW (Car2go) fusionieren. 1,81 Millionen der insgesamt 2,46 Millionen Nutzerkonten entfallen auf die stationslosen Dienste.

    Daimler-BWM-Fusion: Drivenow und Car2go werden Branchenriese

    "Nach einer Stagnation ist der Markt wieder deutlich gewachsen", sagte Gunnar Nehrke, Geschäftsführer des Dachverbands. Die meisten Nutzer seien für sogenannte Free-Floating-Dienste registriert. Dabei sind Kunden mit Ausleihe und Rückgabe nicht an bestimmte Stationen gebunden. 1,81 Millionen der insgesamt 2,46 Millionen Nutzerkonten entfallen auf die stationslosen Dienste. Gemessen an der Flottengröße belegen Platz 1 und 2 unter den Free-Floating-Anbietern bereits jetzt die Autohersteller Daimler und BMW, die aktuell ihre Carsharing-Angebote Drivenow und Car2Go fusionieren.

    Carsharing-Konkurrenz ist nicht gefährdet

    Der Zusammenschluss zwischen den Branchengrößten macht Nehrke keine Sorgen. "Natürlich wird dadurch Deutschlands größtes Carsharing-Unternehmen entstehen", insgesamt ergebe sich auf dem Markt aber keine neue Wettbewerbssituation, weil die Anbieter nur an bestimmten Orten ihre Dienste anböten, an anderer Stelle dominierten andere Unternehmen den Markt, so Nehrke.

    Free-Floating: Die meisten Carsharing-Kunden sind nicht an Stationen gebunden

    235.000 zusätzliche Anmeldungen haben die Free-Floating-Anbieter im Jahr 2018 insgesamt verzeichnet. Bei Free-Floating rund 115.000 mehr Nutzer waren es bei den stationsgebundenen Diensten. Auch Mischformen kommen laut Nehrke gut an. Mehr Nutzer bedeuten auch mehr Fahrzeuge: 20.200 Autos waren im Januar in Deutschland als teilbares Gut unterwegs. Nehrke wünscht sich, dass sich der Trend fortsetzt und die Carsharing-Dienste langfristig dafür sorgen, dass Menschen komplett auf die Anschaffung eines eigenen Fahrzeugs verzichten.

    Verkehrswissenschaftler Dudenhöffer: weiter Weg für Carsharing

    Mit Zurückhaltung reagierte Ferdinand Dudenhöffer auf die neuen Zahlen: "Da ist noch extrem viel Luft nach oben", sagte der Verkehrswissenschaftler der Universität Duisburg-Essen der Deutschen Presse-Agentur. "Carsharing ist gut und richtig. Aber die Zahlen zeigen, dass es noch ein sehr weiter Weg nach oben ist und die Bedeutung heute noch sehr überschaubar ist", so Dudenhöffer.

    Autonation Deutschland zu stark auf eigenen Pkw fokussiert

    Christian Hochfeld vom Thinktank Agora Verkehrswende betonte die Bedeutung von Carsharing-Angeboten zur Erreichung der im Klimaschutzplan vereinbarten Ziele für 2050. Die Bundesregierung gibt darin Minderungsziele für Treibhausgasemissionen von mindestens 55 Prozent bis 2030 und mindestens 70 Prozent bis 2040 vor. "Von den Zielen sind wir noch weit entfernt", meinte Hochfeld. Er forderte eine "konsequente Klima- und Verkehrspolitik" und einen "Wandel der Mobilitätskultur", die in der Autonation Deutschland aktuell noch zu stark mit dem eigenen Pkw verwoben sei.

    Uber und Co. können öffentlichen Nahverkehr schwer schädigen

    Die Zunahme von Ridesharing und Pooling-Diensten, bei denen Nutzer gemeinsam Fahrtendienste nutzen können, bewerteten Hochfeld und Nehrke positiv. Der Verbandschef warnte jedoch vor "amerikanischen Verhältnissen" und sagte: "Wir wissen aus den USA, dass Uber und andere Ridesharing-Angebote den existierenden öffentlichen Nahverkehr so stark geschädigt haben, dass der wirtschaftlich an einigen Stellen nicht mehr tragfähig ist."

    Verkehrsminister Scheuer födert Uber und Co.

    Mitte Februar hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) ein Eckpunktepapier zur Änderung des Personenbeförderungsgesetzes vorgelegt, das eine Liberalisierung des Marktes für Dienstleister wie Uber vorsieht.