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Bundesbank: Geldhäuser müssen sich für Insolvenzwelle wappnen | BR24

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Banken müssen sich auf mehr Firmenpleiten einstellen

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Bundesbank: Geldhäuser müssen sich für Insolvenzwelle wappnen

Die Bundesbank hat vor steigenden Kreditausfällen aufgrund der Corona-Krise gewarnt. Noch stelle die Pandemie kein Problem für das Finanzsystem dar. Doch bei deutlich mehr Insolvenzen könnte es für deutsche Banken schnell ans Eingemachte gehen.

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Die Banken in Deutschland müssen sich in der Corona-Pandemie auf eine Welle von Firmenpleiten und steigende Kreditausfälle einstellen. "Im gesamten Unternehmenssektor könnten die Insolvenzen in den ersten Monaten des Jahres 2021 auf über 6.000 pro Quartal steigen", warnte Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch bei der Vorstellung des neuen Finanzstabilitätsberichts. Das wäre ein Anstieg um mehr als 35 Prozent, insgesamt aber weniger als in der globalen Finanzkrise, als etwa 8.000 Unternehmen pro Quartal pleite gingen.

Viermal höhere Kreditausfälle befürchtet

Die Kreditausfälle dürften sich auf 0,8 Prozent des Kreditbestands vervierfachen, die Belastungen auf rund 13 Milliarden Euro summieren, sagte Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling. Dieses Szenario sei für die Kreditinstitute verkraftbar. Ein deutlich stärkerer Anstieg der Insolvenzen sei aber nicht ausgeschlossen.

Staat stützt große Firmen

Vor allem kleinere Dienstleistungsfirmen dürften demnach in die Pleite rutschen, weniger die größeren Industrieunternehmen. Denn Großbetriebe werden stärker vom Staat gestützt und profitieren vom ausgeweiteten Kurzarbeitergeld, das vorerst weitergezahlt wird.

Warnung: Nicht den Geldhahn zudrehen!

Die Bundesbank appelliert an die Banken, in der Corona-Krise zunächst die vorhandenen Kapitalpuffer zu nutzen. Sie sollten nicht gleich die Kreditvergabe einschränken und den Geldhahn zudrehen. Sonst könnte eine Kreditklemme die Erholung der Wirtschaft gefährden und alles nur noch schlimmer machen. Damit das nicht passiert, wollen Aufsichtsbehörden die Kapitalvorschriften für die Banken notfalls lockern.