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Bundesagentur für Arbeit: Frauen leiten erstmals Verwaltungsrat | BR24

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Bildrechte: DGB/Kosowska; Montage BR/Vera Held

Das Kontroll- und Aufsichtsgremium von Deutschlands größter Behörde wird zum ersten Mal von drei Frauen geleitet. Der BA-Verwaltungsrat trifft heute eine wichtige Entscheidung: Er muss den "Corona-Haushalt" 2021 beschließen.

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Bundesagentur für Arbeit: Frauen leiten erstmals Verwaltungsrat

Das Kontroll- und Aufsichtsgremium von Deutschlands größter Behörde wird zum ersten Mal von drei Frauen geleitet. Der BA-Verwaltungsrat trifft heute eine wichtige Entscheidung: Er muss den "Corona-Haushalt" 2021 beschließen.

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Von
  • Tanja Oppelt

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) ist bei der Gleichstellung von Frauen ganz vorne dabei – zumindest was die Führungspositionen im Verwaltungsrat der Behörde angeht. Der Verwaltungsrat ist das Kontroll- und Aufsichtsgremium der Bundesagentur für Arbeit. Er besteht zu jeweils einem Drittel aus Vertretern der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer und der öffentlichen Hand.

Generationenwechsel abgeschlossen

Die Arbeitnehmerseite vertritt seit März dieses Jahres die Grünen-Politikerin und DGB-Funktionärin Anja Piel. Für die öffentliche Hand sitzt Vanessa Ahuja aus dem Bundesarbeitsministerium im Verwaltungsratsvorstand. Neu dazu kommt Christina Ramb aus der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

Sie löst Steffen Kampeter als Vertreter der Arbeitgeberseite ab und wird auch gleich bis zum kommenden Sommer den Vorsitz der BA-Verwaltungsratsspitze übernehmen. Mit Rambs Ernennung ist gleichzeitig auch ein Generationenwechsel beim Verwaltungsrat abgeschlossen.

Bundesagentur: Rekordausgaben wegen Corona

Der Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit (BA) beschließt nun den Haushalt von Deutschlands größter Behörde für das kommende Jahr. Der steht unter dem Eindruck der Corona-Pandemie. Im laufenden Jahr muss die Agentur Ausgaben in einer noch nie dagewesenen Größenordnung verkraften, nämlich 62 Milliarden Euro. Vor allem der massive Einsatz von Kurzarbeitergeld hatte das Haushaltsvolumen in die Höhe getrieben.

Für das kommende Jahr rechnete die Behörde zuletzt mit Ausgaben in Höhe von circa 45 Milliarden Euro. Mögliche Zusatzkosten des aktuellen Teil-Lockdowns und etwaiger weiterer Maßnahmen sind darin aber noch nicht enthalten. Etwa ein Fünftel der geplanten Ausgaben – neun Milliarden Euro – wird die Bundesagentur voraussichtlich nicht aus ihren Einnahmen bestreiten können. Zur Deckung dieses Defizits sollen die Rücklagen der Behörde sowie ein Zuschuss des Bundes aus Steuermitteln herangezogen werden.

Finanzielle Rücklagen Ende 2021 komplett aufgebraucht

Die Bundesagentur für Arbeit hatte vor der Corona-Krise ein Rücklagenpolster von 26 Milliarden Euro aufgebaut. Dieses Polster wird nach Angaben der Bundesagentur Ende 2021 komplett aufgebraucht sein. Zusätzlich dazu wird der Bund dieses und nächstes Jahr insgesamt gut 10 Milliarden Euro zuschießen, sodass die Bundesagentur für Arbeit nach jetziger Rechnung zwar ohne Rücklagen aber auch ohne Schulden ins Jahr 2022 gehen kann.

Der Verwaltungsrat, das Kontroll- und Aufsichtsgremium der Bundesagentur, wird den künftigen Haushalt in seiner Sitzung beschließen. Formell genehmigen muss ihn im Dezember das Bundeskabinett.

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