Boeing 747 der Lufthansa startet in Frankfurt am Main (Archivbild)
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Boris Roessler

Einmal volltanken - was Verbraucher schon beim Pkw deutlich spüren, das gilt bald auch fürs Fliegen: Hohe Spritpreise sorgen für Verteuerung.

    > Wirtschaft >

    Branchenverband Luftfahrt: Warum Fliegen teurer wird

    Branchenverband Luftfahrt: Warum Fliegen teurer wird

    Auch die Luftfahrtbranche bekommt die Preissteigerungen zu spüren – bei Betriebskosten und Kerosin. Am Ende wird Fliegen auch für Verbraucher teurer, so die Prognose der Luftfahrtunternehmen. Dennoch rechnet die Branche mit steigender Nachfrage.

    Was fürs Autofahren gilt, das dürfte demnächst auch beim Fliegen zu spüren sein: Es wird teurer. Grund sind die steigenden Kosten für Kerosin, aber auch allgemein steigende Betriebskosten der Airlines. "Ich gehe davon aus, dass Fliegen teurer wird", so der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), Peter Gerber, gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstagsausgaben).

    Flugsicherung und Kerosin werden teurer

    "Die Kerosinkosten steigen, aber auch die Infrastrukturkosten werden höher, weil etwa die Flugsicherungen höhere Kosten weitergeben", erklärte der Chef des deutschen Branchenverbands. Trotzdem rechnet die Branche mit einer steigenden Nachfrage. Daran ändere auch der Ukrainekrieg wenig.

    "Schaut man sich den Gesamtmarkt an, dann wird die Reiselust derzeit nicht gedämpft", so Gerber. Mit Beginn des Sommerflugplans will die Luftfahrtbranche ihr Angebot deswegen verdoppeln, so dass es nahezu 85 Prozent des Verkehrsniveaus von 2019 erreicht, bevor die Fluggastzahlen durch Corona einbrachen.

    Steigende Nachfrage trotz Ukrainekrieg

    Auch ein mögliches Embargo auf Energielieferungen aus Russland könnte die deutsche Luftfahrtbranche nach Einschätzung von Peter Gerber verkraften, auch wenn dies zu Einschränkungen und höheren Preisen führen würde. Zu "großen Ausfällen" würde es nicht kommen, versichert der Chef des Branchenverbands. Das meiste Öl, das die Unternehmen nutzten, werde über westdeutsche Häfen an der Nordsee importiert.

    Embargo würde Flugverkehr behindern, aber nicht stoppen

    Aber auch am Berliner Flughafen BER, der maßgeblich über eine große Raffinerie im brandenburgischen Schwedt versorgt wird, die wiederum durch die Druschba-Pipeline aus Russland mit Öl versorgt wird, sei ein völliger Stillstand unrealistisch, so der BDL-Präsident.

    Die Pipeline wurde bereits zu DDR-Zeiten erbaut. Die brandenburgische Raffinerie in Schwedt gehört teilweise dem russischen Ölkonzern Rosneft.

    "Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!