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Wirtschaft

Branchenverband: Jede dritte Kneipe vor dem Aus | BR24

© pa / dpa

Einzelne Gäste vor einem Lokal in Mainz

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    Branchenverband: Jede dritte Kneipe vor dem Aus

    Aufgrund der Corona-Krise stehen rund 70.000 Kneipen und Restaurants in Deutschland vor dem Aus. Die Auflagen machten ein wirtschaftliches Arbeiten unmöglich. Die Staatshilfen reichten nicht aus, betont der Branchenverband Dehoga.

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    "Auch nach Wiedereröffnung der Gastronomie kämpft die Branche ums Überleben", sagte der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Guido Zöllick, der Düsseldorfer "Rheinischen Post". In einer Umfrage des Verbandes hätten 81,5 Prozent der Betriebe angegeben, dass ein wirtschaftliches Handeln nicht möglich sei, wenn sie die Corona-Auflagen einhalten.

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    18 Milliarden Euro Umsatz fehlen

    Bundesweit stehen nach Einschätzung des Dehoga 70.000 und damit ein Drittel aller Betriebe vor dem Ruin. Hunderttausende Arbeitsplätze seien in Gefahr. Nach wochenlangen Schließungen fehlten der Branche bis Ende Mai bereits 18 Milliarden Euro Umsatz. Und auch nach den Lockerungen lägen die Umsätze aufgrund der Abstandsgebote und der umfangreichen Schutzmaßnahmen 50 bis 70 Prozent unter den Vorjahreswerten.

    "Es geht um die Zukunft der öffentlichen Wohnzimmer unseres Landes." Guido Zöllick, Dehoga-Präsident

    Konjunkturpaket reicht nicht

    Zöllick kritisierte erneut das Corona-Konjunkturpaket der Bundesregierung. Bei den beschlossenen Überbrückungshilfen müssten kleine wie große Betriebe berücksichtigt werden, so Zöllick. Die vorgesehene dreimonatige Unterstützung greife beim besonders betroffenen Eventcatering, bei Clubs und bei Diskotheken viel zu kurz. Hier sei eine Ausweitung auf sieben Monate "zwingend notwendig".

    Existenzsorgen auch bei Hotellerie

    Der Dehoga hatte erst gestern beklagt, dass auch die Hotellerie existenziell von der Corona-Krise betroffen sei. Die Branche, die im vergangenen Jahr den zehnten Übernachtungsrekord in Folge verzeichnet hatte, erlebte im März und April einen Absturz. In den ersten vier Monaten sank die Zahl der Übernachtungen um 39,6 Prozent auf 76,9 Millionen.

    Die angelaufene Sommersaison gebe der Branche zwar teilweise wieder Hoffnung - allerdings vor allem für die Ferienhotellerie, so Dehoga-Hauptgeschäftsfüherin Ingrid Hartges. Die Situation in der Stadt- und Tagungshotellerie bleibe unverändert dramatisch: "Von einem Normalgeschäft ist die Hotellerie noch weit entfernt. Und die Krise ist noch nicht vorbei." Auch für die kommenden Monate seien Umsatzeinbußen zu erwarten, die Verluste könnten nicht wieder hereingeholt werden.

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