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Bosch will bereits 2020 klimaneutral sein | BR24

© Bayerischer Rundfunk

Etwa ein Drittel der weltweiten CO2 Emissionen kommen aus der Industrie. Nun hat Bosch mit der Ankündigung Aufsehen erregt, schon im kommenden Jahr klimaneutral sein zu wollen. Wie genau Bosch das machen will, ob es wirklich so schnell geht?

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Bosch will bereits 2020 klimaneutral sein

Wie viele andere Unternehmen investiert auch Bosch inzwischen stärker in den Klimaschutz: Bis 2020 will der Autozulieferer klimaneutral werden. CO2 wird Bosch trotzdem weiterhin verursachen.

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Viele Jahre konnte sich Bosch auf Rekordabsätze der Autoindustrie verlassen – doch seit der Dieselkrise und dem Wandel zur Elektromobilität sind für den Autozulieferer härtere Zeiten angebrochen, auch wenn Bosch im vergangenen Jahr Umsatz und Gewinn steigern konnte. Im vergangenen Jahr hat Bosch seinen Umsatz um 2,2 Prozent auf 78,5 Milliarden Euro erhöht. Nach Steuern verdiente der Konzern 2018 etwa 3,6 Milliarden Euro - nach 3,3 Milliarden Euro im Vorjahr.

Das Unternehmen wie viele andere dem Klimaschutz verschrieben und investiert dafür große Summen. So möchte Bosch zwei Milliarden Euro in die Hand nehmen, um seine Standorte energieeffizienter zu gestalten. "Es geht uns darum, eine Zahl schnell auf Null zu bringen: 3,3 Millionen Tonnen, den jährlichen CO2-Ausstoß von Bosch", wie der Vorstand erklärt. Bereits im kommenden Jahr möchte der Konzern nach eigenen Angaben klimaneutral sein – und damit zehn Jahre früher als geplant.

Siemens, Daimler und Allianz mit ähnlichen Klima-Zielen

Bosch steht mit seinem Vorhaben nicht alleine da; eine Reihe von Unternehmen beschäftigt sich inzwischen mit dem Klimaschutz: Siemens möchte bis 2030 klimaneutral sein, bei Daimler sollen die deutschen Werke ab 2022 CO2-neutral produzieren. Und erst gestern kündigte der Versicherer Allianz an, sein gesamtes Vermögen bis 2050 klimaneutral anzulegen.

Ganz uneigennützig sind solche Schritte aber nicht. Zum einen erhoffen sich die Unternehmen einen Image-Gewinn, wenn sie sich für die Umwelt engagieren. Zum anderen können sie damit – trotz Investitionen – auch Geld einsparen. Bei Bosch soll es auf diesem Weg bis 2030 rund eine Milliarde Euro sein.

Bosch will Klimaschutzprojekten finanzieren und erneuerbare Energie nutzen

Klimaneutral bedeutet aber nicht, dass Bosch überhaupt kein CO2 mehr verursacht. Denn ganz ohne Kohlenstoffdiox-Ausstoß lassen sich Autoteile wie Zündkerzen, Diesel-Einspritzsysteme oder Maschinen nicht produzieren.

40 Prozent des Energieverbrauchs sollen deshalb durch das Finanzieren von Klimaschutzprojekten kompensiert werden - zum Beispiel Windkraft in der Karibik oder Waldschutz in Afrika. Weitere 40 Prozent werden durch erneuerbare Energie abgedeckt über exklusive Verträge mit Wind- und Solarparks oder eigene Photovoltaik-Anlagen. Für die übrigen 20 Prozent möchte der Konzern seine Fabriken und die Verwaltung energieffizienter machen.

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft im Dieselskandal gegen Bosch laufen noch

Neben den Kosten für den Klimaschutz hat der Autozulieferer auch mögliche Belastungen durch den Dieselskandal zu schultern. 1,2 Milliarden Euro hat Bosch bislang dafür zurückgelegt. 2018 sei die Summe nicht erhöht worden, weil keine weiteren rechtlichen Risiken bekannt geworden seien, so das Unternehmen.

Der Zulieferer hatte Komponenten für die problematischen Diesel von VW geliefert. In den USA hatte Bosch Klagen mit millionenschweren Vergleichen beigelegt. In Deutschland laufen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft noch.

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Autor
  • Tobias Brunner
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