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Wirtschaft

Börse: DAX wieder deutlich im Minus | BR24

© BR / Philipp Kimmelzwinger

Deutsche Börse Frankfurt

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    Börse: DAX wieder deutlich im Minus

    Der deutsche Aktienmarkt notiert tief im Minus. Der DAX fällt um fast 4 Prozent auf gut 9.600 Punkte. Auf Wochensicht dürfte der deutsche Leitindex dennoch einen ordentlichen Gewinn schaffen – trotz oder gerade wegen der vielen Sorgen.

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    Beim DAX ging es in dieser Woche heftig auf und ab. Trotz Sorgen wegen des Coronavirus und einer Rezession - oder gerade deshalb - scheint der deutsche Leitindex vor einem ordentlichen Wochengewinn zu stehen. Er steuert auf ein Plus von etwa 10 Prozent zu. Die Infektionswelle ist ungebrochen. Damit nehmen die Unsicherheiten zu – gleichzeitig scheinen die Zusagen für Hilfen von Regierungen und Notenbanken immer größer zu werden. So üppig, dass kaum noch Platz für mehr Hilfsversprechen ist.

    Das bemerken auch die Investoren an den Börsen. Die Aktienkurse profitieren ja üblicherweise vom billigen Geld der Notenbanken. Ein Marktexperte vom Vermögensverwalter QC Partners merkte an, dass es neue Nachrichten zu Hilfspaketen der Regierungen und Notenbanken nun erst einmal nicht geben werde und diese Gemengelage könnte dem einen oder anderen an der Börse doch aufs Gemüt schlagen.

    "Maximaler Pessimismus" könnte für steigende Kurse sorgen

    Wie Experten der Bank of America aber zu bedenken geben, könnte der aktuelle "maximale Pessimismus" der Anleger aber auch den Ausgangspunkt für eine massive Börsenrally bilden. In der vergangenen Woche hätten Kunden Wertpapiere im Volumen von nahezu 235 Milliarden Dollar zu Geld gemacht, so viel wie noch nie. Der Aktienanteil in den Depots liege mit fast 53 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit sieben Jahren.

    Kion streicht Dividende zusammen

    Immer mehr Firmen streichen ihre Ziele und äußern sich zur Dividende. So will der Gabelstaplerhersteller Kion seinen Aktionären für 2019 so gut wie nichts auszahlen. Zusammen mit einer zurückgenommenen Unternehmensprognose und einem Produktionsstopp belastet dies die Aktien. Die im MDAX gelisteten Papiere fallen deutlich.

    Russland offen für Förderkürzungen beim Öl

    Russland hat sich angesichts des massiven Überangebots am Ölmarkt offen für ein neues Abkommen mit den Opec-Staaten gezeigt. Eine Opec+-Vereinbarung könnte möglich sein, wenn auch andere Länder sich daran beteiligten, sagte Kirill Dmitriew, Chef des russischen Staatsfonds. Er und Energieminister Alexander Nowak waren die russischen Chef-Unterhändler bei der gemeinsam mit den Opec-Staaten vereinbarten Fördergrenze. Das Abkommen läuft am 31. März aus.

    Saudi-Arabien hat bereits angekündigt, seine Produktion hochzufahren. Dmitriew ließ offen, welche Länder sich an einem neuerlichen Abkommen beteiligen sollten. US-Präsident Donald Trump hatte vergangene Woche signalisiert, sich zu einem angemessenen Zeitpunkt in den Konflikt einzuschalten.

    Seit Jahresanfang ist der Ölpreis um gut 60 Prozent abgerutscht. Ein Grund dafür ist der Konflikt zwischen den Öl-Nationen. Hinzu kommen Konjunktursorgen – unter anderem in Folge der Coronavirus-Pandemie. Wenn weniger Rohstoffe verbraucht werden – beispielsweise für das Fliegen und Produzieren von Waren, wird in der Regel weniger Rohöl nachgefragt. Derzeit kostet das Barrel Nordseeöl der Sorte Brent etwa 26 Dollar. Das sind gut 30 Dollar weniger als Mitte Februar.

    Und am Devisenmarkt ist der Euro knapp 1,10 Dollar wert.

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