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Aus für den Jumbo Jet: Boeing stellt Produktion der 747 ein

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Aus für den Jumbo Jet: Boeing stellt Produktion der 747 ein

Der US-Flugzeugbauer Boeing stellt nach über 50 Jahren die Produktion seines legendären Großraumflugzeugs Jumbo Jet 747 ein. Die Herstellung werde 2022 auslaufen, teilte der Konzern mit, den die Corona-Krise hart trifft.

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Die Boeing 747 mit dem charakteristischen Buckel war 1970 in Betrieb genommen worden und lange Zeit das größte Passagierflugzeug der Welt. In der Maschine finden mehr als 600 Menschen Platz.

Das Aus für den "Jumbo" begründete Boeing-Chef Dave Calhoun mit der derzeitigen Marktentwicklung. Er verwies auch auf den massiven Rückgang des Flugverkehrs infolge der Coronavirus-Pandemie - und die langfristigen Auswirkungen der Krise auf die Luftfahrt.

Schlechte Zeiten für die Dinosaurier der Lüfte

Für viele Fluggesellschaften sind Flugzeuge dieser Größe angesichts des hohen Treibstoffverbrauchs schon länger nicht mehr rentabel, weshalb Boeing-Konkurrent Airbus im Febraur 2019 das Ende des Riesenjets A 380 ankündigte.

Auch die vierstrahlige Boeing 747 war infolge einer ungünstigeren Wirtschaftlichkeit gegenüber der neuen Generation der Boeing 787 und des Airbus A350 bei vielen Airlines in Ungnade gefallen: Qantas, British Airways, Virgin Atlantic und KLM leiteten den Abschied von der traditionsreichen 747 ein, Qantas schickte erst vor wenigen Tagen seinen letzten Jumbo in Rente. Nach Angaben des Luftfahrtdatenanbieters Cirium sind nun weltweit nur noch rund 30 Jumbos im Einsatz, wobei 93 Prozent auf Frachtmaschinen entfallen.

Gedrosselter Betrieb in Seattle

Auf Boeing wirken sich die Corona-Krise und Image-Probleme nach dem Absturz von zwei Maschinen vom Typ 737MAX nicht nur hinsichtlich der 747 aus. Der US-Flugzeugbauer drosselt wegen der schwachen Nachfrage die Produktion seiner Erfolgsreihen 787 und 777 weiter. Die Produktion der 787 soll 2021 auf sechs Jets pro Monat verringert werden, vor einem Jahr verließ der Dreamliner noch mit einer Rekordrate von 14 Maschinen monatlich die Werkshallen.

Auch die Herstellung der 777 und der 777X soll auf zwei Jets im Monat gedrosselt werden. Zudem werde das Hochfahren der 737-MAX-Herstellung verschoben, kündigte das Unternehmen bei der Vorlage seiner Geschäftszahlen für das zweite Quartal an. Die fielen schlechter aus als erwartet: Der Umsatz stürzte um 25 Prozent auf 11,81 Milliarden Dollar ab.

Konzern-Chef Dave Calhoun demonstreit dennoch Zuversicht: "Der Luftverkehr hat sich immer als widerstandsfähig erwiesen - genau wie Boeing", erklärte er in Seattle.

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