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BMW und Audi: Der schwere Weg zur neuen Mobilität | BR24

© BR / Gabriel Wirth

Betriebsversammlung BMW

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BMW und Audi: Der schwere Weg zur neuen Mobilität

Die Autoindustrie prägt Bayern. Doch diese muss sparen, um in alternative Antriebe zu investieren. Das bekommen die Beschäftigten zu spüren. Bei BMW erhalten sie eine geringere Erfolgsbeteiligung. Und Audi plant einen massiven Stellenabbau.

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Die mehr als 70.000 Beschäftigten in den deutschen BMW-Werken müssen sich auf Einsparungen einstellen. Die Erfolgsprämie wird reduziert. Härter trifft es Zeitarbeiter. Schon länger ist bekannt, dass ihre Verträge nicht verlängert werden. Der Ingolstädter Autobauer Audi will sich in den kommenden Jahren von 9.500 Beschäftigten trennen, auch wenn es keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird.

Kosten sparen für neue Investitionen

Egal ob BMW oder Audi. Beide brauchen dringend Geld. BMW will die Kosten bis 2022 um zwölf Milliarden Euro senken. Audi will mit Hilfe des Stellenabbaus sechs Milliarden Euro einsparen. Beide wollen massiv in alternative Antriebe investieren. So investiert BMW 200 Millionen Euro in ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in München und bündelt dort das Wissen für Batteriezellen. Audi will im Bereich Elektromobilität und Digitalisierung 2.000 sogenannte "Expertenstellen" aufbauen. Neue Elektromodelle sollen in Ingolstadt und Neckarsulm vom Band rollen.

Kunden zurückhaltend

Ohne deutlich weniger Verbrenner und deutlich mehr Elektroautos werden die Unternehmen die immer schärferen Klimaschutzvorgaben seitens der EU nicht einhalten. Und dass E-Autos ihren Teil zum Klimaschutz beitragen, bezweifelt kaum jemand mehr, zumindest wenn der Strom aus erneuerbaren Quellen stammt. Zuletzt zogen die Neuzulassungen reiner E-Fahrzeuge in Deutschland auch merklich an. Ihr Marktanteil bleibt aber einstweilen gering. Um das E-Auto massentauglich zu machen, beschloss die Bundesregierung höhere und länger verfügbare Kaufprämien.

Geringe Reichweite und dünnes Ladenetz

Aber noch gibt es zahlreiche Probleme: Viele Elektroautos haben geringe Reichweiten. Das schreckt Kunden ab, diese Autos zu kaufen. VW etwa versucht, mit dem ID.3 gegenzusteuern. Das Modell ist relativ günstig und fährt mit vollem Akku einige Hundert Kilometer.

Andererseits gibt es zu wenige Ladestationen, in Bayern momentan 3.455 für 30.400 Autos. In den kommenden zwei Jahren sollen laut Bundesregierung 50 000 neue öffentliche Ladepunkte gebaut werden. Wie die Staatsregierung beim zweiten "Zukunftsforum Automobil" beschlossen hat, will sie bis Ende kommenden Jahres 7.000 neue Ladestationen errichten.

Damit das E-Auto alltagskompatibel wird und in Parkhäusern, Tiefgaragen sowie am Arbeitsplatz geladen werden kann, sind aber rechtliche Änderungen nötig.

Weitere alternative Antriebe

Elektroautos sind von der Anschaffung teurer als Benziner und Diesel. Und die Herstellung der Batterien ist aufwändig und bringt selbst Umweltschäden mit sich. Deshalb forschen die Hersteller auch an weiteren Antrieben. Mögliche Alternativen sind Hybridmotoren oder auch Wasserstoffautos. Allerdings gibt es hier noch weniger Tankstellen als für die E-Autos. Auch Erdgasautos könnten eine Rolle spielen, weil sie umweltfreundlicher sind als E-Autos. Wer sich als Hersteller einseitig zu früh festlegt, begeht einen Fehler, sagen Experten.

Digitalisierung mit Fragezeichen

BMW wie Audi wollen außerdem mehr Geld in die Digitalisierung stecken. Hochautomatisierte oder gar autonom fahrende Autos sind zwar in der Planung. Allerdings sind die Reaktionen der Kunden bislang zurückhaltend. Alleine können dies die Autofirmen nämlich kaum stemmen und sind auf das Wissen US-amerikanischer Tech-Firmen wie Google angewiesen. Doch angesichts immer wieder auftauchender Datenschutzprobleme haben sie hier noch keinen Weg für ein klares Geschäftsmodell gefunden.