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BMW setzt verstärkt auf Elektromobilität | BR24

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BMW treibt die Produktion für Elektroantriebe voran. Aus diesem Grund besucht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zusammen mit dem BMW Vorstandsvorsitzenden Oliver Zipse das Kompetenzzentrum für Elektroantriebe am Standort Dingolfing.

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BMW setzt verstärkt auf Elektromobilität

In Dingolfing weiht BMW heute das Kompetenzzentrum der E-Antriebsproduktion ein. Zur Eröffnung wird auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erwartet - nicht nur für den Autobauer ein wichtiger Termin, sondern für die ganze Region.

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BMW treibt die Produktion für Elektroantriebe voran. Mit dem Besuch von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und dem BMW Vorstandsvorsitzenden Oliver Zipse wird heute die Erweiterung des Kompetenzzentrums für Elektro-Antriebe abgeschlossen. Dort entstehen 800 neue Stellen. Zugleich startet der bayerische Autobauer an Europas größtem Standort im niederbayerischen Dingolfing heute die Produktion einer neuen Generation von Elektroantrieben.

Das Herz von BMW schlägt in Dingolfing

In Dingolfing werden seit Jahrzehnten Fahrzeuge der Münchner Marke gebaut. Lange war das Werk in Niederbayern sogar das größte des Autoherstellers. Mittlerweile ist die BMW-Fabrik in den USA, in Spartanburg zwar der größte Standort. Nichts desto trotz ist Dingolfing für BMW nach wie vor eines der wichtigsten Werke. Dort wird nun auch das Kompetenzzentrum der Elektroantriebsproduktion angesiedelt, das heißt, dort werden unter anderem Batterien und E-Motoren gebaut und Prozesse entwickelt, die auf andere Standorte dann übertragen werden. Denn BMW baut seine Elektroautos nicht in speziellen Werken, sondern will in allen führenden Fabriken die Produktion so umrüsten, dass sowohl Autos mit Verbrennungsmotoren als auch Elektroautos vom Band laufen können, je nach Nachfrage. BMW-Vorstandschef Oliver Zipse hat diese Strategie immer wieder erklärt, wie zum Beispiel im vergangenen Jahr bei der Eröffnung des Batteriekompetenzentrums in München:

"Auf lange Sicht wird es sehr viele Technologien in diesen Fahrzeugen geben. Die E-Mobilität ist die am schnellsten wachsende Antriebstechnologie in diesen Fahrzeugen, aber sie wird auf lange Zeit nicht die einzige bleiben. Sie ist für uns gerade hier in Deutschland die entscheidende Antriebsart, um die es jetzt hier geht." BMW-Chef Oliver Zipse

Autobauer wichtiger Impulsgeber für die ganze Region

Dazu wird in Dingolfing ab dem nächsten Jahr der iNext in Serie gebaut, ein vollelektrischer SUV. Dazu kommen zahlreiche Hybridmodelle. Das Ziel des Vorstands ist, dass bis 2030 die Hälfte aller Neuzulassungen in Europa einen Elektromotor haben. Der Manager des Elektromobilitätsclusters Regensburg Uwe Pfeil sieht die Region gut aufgestellt. Denn neben BMW haben sich zahlreiche Zulieferer hier angesiedelt. Als positives Beispiel nennt Pfeil die Firma AVL.

"AVL steuert weitgehend von Regensburg aus die gesamten E-Mobilitätsaktivitäten des Konzerns mit 10.000 Mitarbeitern. Wir haben große Zulieferer Bertrandt, Vektor Informatik. Es gibt aber auch zahlreiche kleinere Unternehmen." Clustermanager Elektromobilität Regensburg Uwe Pfeil

Politik unterstützt Branche

Zur heutigen Eröffnung in Dingolfing hat sich der bayerische Ministerpräsident Markus Söder angekündigt. Bei der Bayerischen Staatsregierung verweist man unter anderem darauf, dass es ein eigenes Landesförderprogramm gibt. Ziel dieses Programms ist es, dass ab diesem Jahr 7.000 Ladesäulen öffentlich zugänglich sein sollen. Daneben gebe es noch über das 10.000-Häuser-Programm eine Förderung für private Ladeanschlüsse in Höhe von pauschal 200 Euro, heißt es auf BR Anfrage. Zudem unterstütze man die Forschung und Entwicklung alternativer Antriebe.

Corona und Strukturwandel belasten massiv

Es sei sehr umfangreich, was sich in Regensburg und in der ganzen Region tue, fügt Pfeil hinzu. Doch die Schlagzeilen aus der Autobranche sind nicht immer positiv. Der Strukturwandel in der Branche hinterlässt Spuren, die Digitalisierung und der Wandel zur Elektromobilität. So machte bereits vor der Coronakrise Continental von sich reden mit der Ankündigung, das Werk in Roding zu schließen. Und nun hat auch noch die Coronakrise die Autoindustrie voll erwischt, auch bei BMW will man nun Tausende Stellen streichen. Der Geschäftsführer der IG Metall in Regensburg, Rico Irmischer spricht von einer großen Beunruhigung bei den Beschäftigten:

"Auch wenn von sogenannten weichen Maßnahmen gesprochen wird, wissen die Beschäftigten trotzdem, wenn BMW durch freiwillige Aufhebungsverträge und vorgezogene Altersteilzeit die 6.000er Marke nicht knackt, dann werden die Maßnahmen schärfer." Geschäftsführer der IG Metall in Regensburg, Rico Irmischer

Daneben muss man aus seinen Worten auch zur Kenntnis nehmen, dass Corona nur ein Teil des Gesamtbildes ist. Man wisse natürlich auch, dass schon vor Corona die Automobilabsätze global ganz massiv eingebrochen sind. Irmischer hält BMW für strukturgebend in Ostbayern und sieht – wie viele andere - die Zukunft der Branche in der Elektromobilität. Deshalb fordert er auch ein reines Elektroauto für das Werk in Regensburg, wie den iNext oder den i4, der ab kommendem Jahr in München gebaut wird. Doch am Ende des Tages müssen die Kunden diese Fahrzeuge auch wollen.

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