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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Tobias Hase

BMW hat ein schwaches Geschäftsjahr hinter sich. Umsätze, Verkäufe und Gewinn brachen deutlich ein. Da im zweiten Halbjahr die Geschäfte aber vor allem dank China wieder deutlich anzogen, blickt der Münchner Autobauer zuversichtlich nach vorne.

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BMW rechnet 2021 mit höherem Ergebnis

BMW hat ein schwaches Geschäftsjahr hinter sich. Umsätze, Verkäufe und Gewinn brachen deutlich ein. Da im zweiten Halbjahr die Geschäfte aber vor allem dank China wieder deutlich anzogen, blickt der Münchner Autobauer zuversichtlich nach vorne.

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Von
  • Gabriel Wirth

Der Münchner Autobauer BMW geht von einem deutlichen Aufwärtstrend bei den Bilanzzahlen in diesem Jahr aus. Der Konzern will nicht nur wieder mehr Fahrzeuge verkaufen als im Vorjahr, sondern auch damit wieder deutlich mehr Geld verdienen.

Gewinn soll im Verhältnis zum Umsatz wieder steigen

Die Münchner rechnen mit einem Jahresabsatz von 2,3 Millionen Fahrzeugen - zum Konzern gehören auch die Marken Mini und Rolls Royce. Die sogenannte Ebit-Marge, dass ist das Verhältnis von Ergebnis vor Zinsen und Steuern zum Umsatz, soll sich dabei mehr als verdoppeln - von 2,7 Prozent im Vorjahr auf nun sechs bis acht Prozent. Das vergangene Jahr war dagegen schwierig für den Konzern.

Aber nicht nur darum ging es auf der Bilanzpressekonferenz. Wichtig ist BMW auch zu zeigen, dass die Elektromobilität immer deutlicher in den Vordergrund rückt.

BMW i4 soll Tesla Konkurrenz machen

Auf der Bühne der virtuellen Veranstaltung wurden diesmal keine PS-starken Verbrenner vorgeführt, sondern gleich zwei Elektroautos. Neben dem ix präsentierten die Münchner erstmals den i4. Mit dem viertürigen Gran Coupe will BMW Tesla Konkurrenz machen.

Beide Fahrzeuge werden in Deutschland produziert, wie BMW-Chef Oliver Zipse betonte. Sie kämen "tief aus dem Herzen von BMW". Und weil sich viele Kunden beispielsweise auf das "elegante" Gran Coupé freuten, komme es jetzt drei Monate früher als geplant auf den Markt.

Die Hälfte aller BMW soll 2030 elektrisch angetrieben werden

Zipse bestätigte dabei das neue Ziel, dass ab 2030 mindestens jedes zweite Neufahrzeug des Konzerns vollelektrisch sein soll. Insgesamt will der Konzern in den nächsten rund zehn Jahren etwa zehn Millionen vollelektrische Fahrzeuge auf die Straße bringen.

Abhängig seien die verschiedenen Märkte dabei aber von der Ladeinfrastruktur. In Asien planten zum Beispiel viele Länder die Infrastruktur beim Bau von Gebäuden gleich mit ein. "Hier wollen wir auch in Europa gemeinsam schneller vorankommen."

Neue Technologien ermöglichen Software-Updates "over the air"

Zipse versprach eine ganz neue Klasse, mit Elektromotoren und auch mit neuer Software - mit der sogenannte "Updates over the air" möglich sein sollen. Dabei kann die Software des Autos also nachträglich über Funk aktualisiert werden, ohne in die Werkstatt zu müssen.

Die "Neue Klasse" sei für BMW der "Nukleus, um das Auto von Grund auf neu zu denken". Dafür löse man sich von heutigen Segmenten und Architekturen. Es entstehe eine Kombination aus einer vollständig neuen IT- und Software-Architektur, einer neu entwickelten elektrischen Antriebs- und Batterie-Generation und einem neuen Niveau von Nachhaltigkeit im Sinne einer Kreislaufwirtschaft. "Allerdings müssen die Kunden die Fahrzeuge dann auch kaufen."

Risiken für Aufschwung in Europa

Für dieses Jahr erwartet BMW nicht nur wieder steigende Verkäufe gegenüber dem Vorjahr. Auch das Ergebnis vor Steuern soll wieder deutlich anziehen. Das Wachstum werde dabei wohl vor allem wieder aus China kommen. In Europa werde in diesem Jahr mit einem weiterhin volatilen Markt gerechnet.

Finanzvorstand Nicolas Peter verwies dabei auf die Risiken. Auch wenn BMW grundsätzlich von "einer positiven Entwicklung der wichtigen Automobilmärkte" ausgehe, bestünden wegen der Corona-Pandemie weiterhin erhebliche Unsicherheiten. Hinzu kämen die angespannte Versorgungslage bei Halbleitern und die steigenden Preise bei Rohstoffen.

Stellenabbau bei BMW geht weiter

Dabei machte der Finanzvorstand auch klar, dass der sozialverträgliche Stellenabbau bei BMW fortgesetzt werde. Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Mitarbeiter um mehr als 5.000 Arbeitsplätze - auf weniger als 121.000. Ende dieses Jahres werde die Mitarbeiterzahl leicht unter dem Niveau des Vorjahres liegen, so Peter.

BMW-Bilanz 2020

Die wichtigsten Zahlen des vergangenen Jahres hatte BMW schon zuvor veröffentlicht: Die Verkaufszahlen fielen um acht Prozent auf 2,3 Millionen Autos, der Umsatz sank von 104 auf 99 Milliarden Euro, und der Gewinn brach um ein Viertel auf 3,86 Milliarden Euro ein. Das zweite Halbjahr lief zwar gut, vor allem in China. Aber die Verluste nach den wochenlangen Werksschließungen im Frühjahr 2020 konnte das nicht mehr wettmachen.

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