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BMW informiert Beschäftigte über Sparpläne | BR24

© BR / Xaver Scheffer

Bedeutung von BMW für Bayern

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BMW informiert Beschäftigte über Sparpläne

Die Autoindustrie steht vor einem grundlegenden Wandel: Gestern hat Audi angekündigt, tausende Stellen zu streichen. Heute will die BMW-Führung die Beschäftigten in München bei einer Betriebsversammlung über die Sparpläne informieren.

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Ein Kahlschlag wie beim Konkurrenten Audi ist bei BMW nicht zu erwarten. Bei Audi sollen 9.500 Stellen wegfallen, auch wenn betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen sind. Doch hat Audi noch mit den Nachwirkungen der Dieselaffäre zu kämpfen und in den vergangenen Jahren bereits den Anschluss zur Konkurrenz verloren. BMW geht es zwar insgesamt besser; der Konzern muss aber ebenfalls sparen.

Verhandlungen mit dem Betriebsrat

Auch bei BMW haben Geschäftsführung und Arbeitnehmervertreter verhandelt. Die Ergebnisse sollen heute der Belegschaft präsentiert werden: BMW hatte schon länger angekündigt, die Kosten bis 2022 um mehr als zwölf Milliarden Euro senken zu wollen. Finanzvorstand Nicolas Peter hatte kürzlich von konstruktiven Gesprächen gesprochen.

"Mit diesen Maßnahmen müssen wir jedes Jahr deutliche Einsparungen erzielen." Nicolas Peter, BMW-Finanzvorstand

Weniger Stellen in der Verwaltung – weniger Zeitarbeiter

Der neue BMW-Chef Oliver Zipse hatte schon Ende September bei einer Betriebsversammlung angekündigt, dass man sich auf vier Themen einigen wolle: In der Verwaltung sollten Stellen nicht neu besetzt werden. Die Zahl der Zeitarbeiter werde verringert, indem man Verträge auslaufen lasse. Zudem sollten Arbeitsverträge über 40 Stunden auf 35 Stunden reduziert und die Gewinnbeteiligung der Mitarbeiter neu verhandelt werden. In einigen Bereichen fielen Stellen weg, in anderen würden neue aufgebaut. Betriebsbedingte Kündigungen blieben ausgeschlossen.

Ausbau des Geschäfts mit Elektroautos

Wie andere Hersteller will BMW die eingesparten Mittel in den Ausbau des Geschäfts mit Elektrofahrzeugen stecken. So hat der Konzern 200 Millionen Euro in ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in München investiert. Er bündelt dort das Wissen für Batteriezellen. Zugleich hat der Münchner Hersteller angekündigt, profitabler zu werden.

BMW zentral in Bayern

Über 80.000 Menschen arbeiten im Freistaat für die Motorenwerke. Unter anderem in Regensburg, Wackersdorf, Landshut und Dingolfing, dem größten BMW-Werk in Europa. Als sich der Autokonzern dort in den 1950er Jahren niederließ, war es eine ärmliche Gegend. Für Niederbayerns Wirtschaft ist BMW heute noch sehr wichtig. Auch weil etliche Zulieferer in der Region vom Dingolfinger Werk abhängig sind. Dort arbeiten heute einige Angestellte schon in dritter Generation. Dingolfing wird als Herz von BMW bezeichnet.

Der Kopf des Unternehmens sitzt in München mit insgesamt etwa 45.000 Mitarbeitern. Mehrere hundert Millionen Euro Gewerbesteuer zahlt BMW jedes Jahr an die Stadt. Nicht nur deshalb bezeichnete Oberbürgermeister Dieter Reiter BMW als "Glücksfall" für München. Die bayerische Landeshauptstadt verdankt dem Konzern zudem ein weiteres Wahrzeichen: Die "BMW Welt" ist inzwischen die meistbesuchte Touristenattraktion Bayerns.