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BMW erwartet Gewinnrückgang und verschärft Sparkurs | BR24

© BR/Gabriel Wirth

Beim Autobauer BMW läuft es nicht gut. Der Gewinn ist vergangenes Jahr auf 7,2 Milliarden eingebrochen, ein Minus von 17 Prozent. Und jetzt gibt es auch noch Unstimmigkeiten mit VW beim Thema E-Autos.

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BMW erwartet Gewinnrückgang und verschärft Sparkurs

Beim Autobauer BMW läuft es nicht gut. Der Gewinn ist vergangenes Jahr auf 7,2 Milliarden Euro eingebrochen, ein Minus von 17 Prozent. Und jetzt gibt es auch noch Unstimmigkeiten mit VW beim Thema E-Autos.

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Auch BMW kann sich dem negativen Marktumfeld nicht entziehen, dem die Autoindustrie derzeit ausgesetzt ist. Nach dem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr erwartet der Münchner Konzern 2019 einen weiteren deutlichen Rückgang des Konzernergebnisses vor Steuern. Die global aufgestellte deutsche Autobranche leidet neben dem Dieselskandal und dem neuen Abgasstandard WLTP unter den internationalen Handelsstreitigkeiten, negativen Währungseffekten und hohen Rohstoffpreisen.

BMW-Chef Krüger wirbt für freien Handel

Die Prognose des Autokonzerns unterstelle, dass es zwischen den USA und der EU keine Zollerhöhungen geben werde. Vorstandschef Harald Krüger nahm die Bilanzpressekonferenz in München zum Anlass, um noch einmal für freien Wettbewerb zu werben:

"Für alle Regionen gilt: Unser Engagement ist langfristig. Voraussetzung ist und bleibt ein freier Zugang zu den Märkten. Er sorgt überall für Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung." Harald Krüger, Vorstandsvorsitzender BMW

BMW sieht sich auf den Brexit gut vorbereitet

Auch die Entwicklung in Großbritannien macht den Münchnern Sorge. Auf der einen Seite geht der Vorstand nach wie vor von einem geregelten Brexit aus, andererseits erklärte er, man sei für die möglichen Szenarien gut vorbereitet. BMW will nun kräftig sparen, bis Ende 2022 mehr als zwölf Milliarden Euro, wie der Finanzvorstand Nicolas Peter ausführte. Man werde die Angebotskomplexität auf allen Ebenen deutlich reduzieren.

"Wir optimieren unsere Strukturen und Prozesse in unserer Zentrale und Prozesse in der Zentrale in unseren Werken und in unseren Landesgesellschaften. Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht geplant." Nicolas Peter, Finanzvorstand BMW

Trotz Krise in der Autoindustrie – BMW will Mitarbeiter einstellen

BMW will sogar weiter einstellen und zwar IT-Spezialisten und Fachkräfte für neue Technologien. Der Hersteller setzt auf die natürliche Fluktuation, also dass Mitarbeiter aus Altersgründen das Unternehmen verlassen. Im vergangenen Jahr gingen 4.000 Mitarbeiter weltweit in den Ruhestand. Unter dem Strich soll sich die Zahl der Gesamtbelegschaft in diesem Jahr nicht ändern.

BMW hält in naher Zukunft an Verbrenner fest

BMW muss sparen, der Konzern braucht Geld für neue Investitionen, unter anderem für die Elektromobilität. Das Münchner Unternehmen will aber auch in naher Zukunft an Verbrennungsmotoren festhalten. In diesem Punkt gibt es Unstimmigkeiten mit dem Konkurrenten VW. Konzernchef Herbert Diess fordert von der Bundesregierung ziemlich offen eine stärkere Förderung bei den Elektroautos. Am Abend gibt es dazu ein Krisengespräch beim Branchenverband VDA, Vorstandschef Harald Krüger setzt auf Technologieoffenheit:

"Die reine Fokussierung auf eine Technologie ist für uns nicht der richtige Ansatz, der VDA muss eigentlich hier Kompromisse finden und insofern werden wir heute Abend darüber diskutieren." Harald Krüger, Vorstandsvorsitzender BMW

BMW will Sponsor des FC Bayern werden

Daneben bestätigte BMW Gespräche mit dem Fußballclub FC Bayern. Der Autobauer würde gerne Sponsor der Fußballclubs werden. Derzeit ist es noch Audi. Das Rauskaufen stehe nicht zur Diskussion, hieß es in München. Trotz mehrerer Nachfragen gab es bei der Bilanzpressekonferenz keine Aussage zu einer möglichen Vertragsverlängerung des BMW Chefs Harald Krüger. Sein Vertrag läuft noch bis zum nächsten Jahr 2020.

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Vergangenes Jahr knickte der Gewinn beim Konzern um 17 Prozent ein. Sparen will man nun durch schlankere Strukturen und ein ausgedünntes Angebot. Stellenkürzungen sind aber nicht geplant.