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Auf einem Bio-Hof wird eine Kuh gefüttert

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Bio immer beliebter bei Landwirten und Verbrauchern

Bayern ist schon lange das Bundesland mit den meisten Bio-Bauern und es werden immer mehr. Die steigende Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln sichert manchem Milcherzeuger die Zukunft. Die Corona-Pandemie hat die Nachfrage zusätzlich angekurbelt.

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Von
  • Katharina Semke

Die Freude war groß bei vielen Milchbauern, die auf ökologische Landwirtschaft umsatteln möchten: Seit einigen Monaten suchen einige Molkereien im Freistaat wieder neue Lieferanten. Andechser, Berchtesgadener Land, Allgäuer Milch und Käse und andere möchten in Zukunft mehr produzieren. Fast alle Molkereien hatten bis Anfang dieses Jahres noch einen Aufnahme-Stopp für neue Lieferanten.

Corona lässt Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln steigen

Seit dem Frühjahr ist es damit vorbei, der Bio-Konsum hat zugelegt. Grund ist unter anderem die Corona-Pandemie. Gastronomie und Kantinen waren geschlossen, die Zahl der privaten Einkäufe stieg. Im Einzelhandel hat Bio einen höheren Anteil als bei "Außer-Haus-Verpflegung". Die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Lebensmitteln stieg in den ersten drei Monaten der Pandemie stärker als beim restlichen Lebensmittelhandel. Biokäse beispielsweise erreichte im Juni ein Plus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Bei der Aufnahme neuer Lieferanten gehen die Bio-Molkereien trotz der guten Geschäfte vorsichtig vor. Angebot und Nachfrage sollen im Gleichgewicht sein, damit der Milchpreis stabil bleibt. Der Markt ist noch immer ziemlich gesättigt. Viel Biomilch wird auch weiterhin günstiger in Österreich eingekauft.

Aufschwung zeichnete sich ab

Dass sich die positive Entwicklung 2020 fortsetzt, damit hatte die Branche auch schon vor Corona gerechnet: "In den Jahren 2017 und 2018 gab es große Mengenzuwächse. Die mussten 2019 erstmal verdaut werden. Wir haben erwartet, dass das Wachstum 2020 weitergeht", sagt Rüdiger Brügmann vom Bioland-Verband.

Die gestiegene Nachfrage passt zu den Plänen der Staatsregierung. Sie änderte das Naturschutzgesetz im Juli 2019 nach dem Volksbegehren für mehr Artenschutz "Rettet die Bienen". Es wurde beschlossen, dass bis 2030 ein Drittel der landwirtschaftlich genutzten Flächen ökologisch bewirtschaftet werden soll.

Mehr Bauern stellen auf Bio um

Je nach Qualität bringt ökologisch produzierte Milch bis zu 16 Cent mehr pro Liter als konventionell erzeugte. Molkereien zahlten 2019 im Durchschnitt 48 Cent pro Kilo. Für Milcherzeuger hängt am Wechsel zu Bio-Milch oftmals die Existenz. Alle zehn Jahre halbiert sich im Freistaat die Zahl der Milchviehhalter. Lange galt in der Landwirtschaft die Devise "wachsen oder weichen". Aber das System stößt an seine Grenzen.

Um profitabel zu bleiben, müssen sich herkömmliche Betriebe oftmals vergrößern. 1980 gab es durchschnittlich elf Kühe pro Hof, mittlerweile sind es rund 40. Die Tiere produzieren außerdem mehr Milch. Im genannten Zeitraum steigerte sich die Menge an produzierter Milch pro Kuh und Jahr von rund 3.900 auf 6.900 Kilogramm.

"Die hohe Dynamik bei der Standardsetzung muss zum Stillstand kommen", sagt Hans-Jürgen Seufferlein vom Verband der Milcherzeuger Bayern. Die Voraussetzungen zur Milcherzeugung seien in anderen Regionen Deutschlands oft günstiger. Bayerische Milcherzeuger können aber auf eigene Stärken setzen: "In Bayern können wir uns mit Spezialitäten wie Heumilch, Bergbauernmilch, mit Bioprodukten und mit Herkunftskennzeichnungen wie Geprüfte Qualität Bayern von der Masse absetzen."

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Bayern ist schon lange das Bundesland mit den meisten Bio-Bauern und es werden immer mehr. Die steigende Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln sichert manchem Milcherzeuger die Zukunft.

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