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Bildungssystem gleicht Nachteile des Elternhauses nicht aus | BR24

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Füße eines Kindes in Gummistiefeln

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Bildungssystem gleicht Nachteile des Elternhauses nicht aus

Zu viele Kinder von Geringverdienern werden selber wieder Geringverdiener - das deutsche Bildungssystem tut sich besonders schwer, Benachteiligungen durch das Elternhaus auszugleichen. Von Friederike Kühn und Christine Walter

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Würde der Staat zusätzlich 10 Mrd. im Jahr in Kitas und Schulen investieren, würde unsere Wirtschaft um 1,1% wachsen. Eine halbe Million zusätzliche Jobs würden entstehen. Doch diese Effekte treten erst nach 20 Jahren auf.

Bürger ergreifen Privatinitiative

Seit acht Jahren ist Torsten Hartmann an Grundschulen aktiv und hat für die Regierung von Oberbayern auch Schulen bewertet. Und was er sieht, macht ihm Sorgen: 44 % der Grundschulkinder in München haben heute Migrationshintergrund, Tendenz steigend. Und gerade diese Kinder sind es - neben Kindern von Alleinerziehenden -, die aufgrund fehlender Unterstützung von zu Hause oft nicht mithalten können.

Deutschland international abgeschlagen

Sozialer Aufstieg durch Bildung – in diesem Punkt liegt Deutschland weltweit nur auf Platz 22, so eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD. Nur Österreich schneidet noch schlechter ab.

In Deutschland erleben wir eine klare Polarisierung der Gesellschaft. Die Mittelschicht wird ausgehöhlt, es landen immer mehr Menschen am unteren Ende in der Armutsgefährdung. Das bedeutet, dass sie große Schwierigkeiten haben, sich eine gute Bildung, Qualifizierung zu ermöglichen, in ihre eigene Bildung zu investieren. Und damit wird eine unglaubliche Abhängigkeit der Menschen vom Staat geschaffen, die nicht mehr eigenverantwortlich handeln können. Das ist ein Drama für die Menschen, aber es ist auch ein gesamtgesellschaftliches und gesamtwirtschaftliches Problem. Marcel Fratzscher, Präsident Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)