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Bezahlung mit dem Smartphone bereitet Datenschützern Sorge | BR24

© pa/dpa/Christian Ohde

Smartphone mit NFC-Chip

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    Bezahlung mit dem Smartphone bereitet Datenschützern Sorge

    Immer häufiger bezahlen die Deutschen mobil mit dem Smartphone - das geht in Sekundenschnelle. Aber es hinterlässt auch Spuren. Datenschützer sorgen sich vor allem über die Übermacht von Bezahldienstleistern aus den USA.

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    Die Voraussetzung: NFC-Chip

    Technisch funktioniert das kontaktlose Bezahlen mit Handy oder Karte so: Beim Smartphone muss die Kreditkarte in digitaler Form in der App hinterlegt werden. Das Smartphone muss NFC-fähig sein. Hinter dem Kürzel NFC steckt der Begriff "Near Field Communication", zu deutsch: Nahfeldkommunikation. Das ist der Übertragungsstandard, der das kontaktlose Bezahlen mit Kreditkarte oder Handy möglich macht. Dadurch kann das Handy direkt mit dem Bezahlterminal der Kasse kommunizieren. Die Bezahldaten werden ausgetauscht.

    Die Sicherheit: Mobiler Taschendiebstahl nur schwer möglich

    Beim Bezahlen mit dem Smartphone gibt es unterschiedliche Absicherungen. Das Smartphone muss sehr nah ans Bezahlterminal gehalten werden, damit das kontaktlose Bezahlen funktioniert. Bei Summen unter 25 Euro ist keine PIN nötig. Bei höheren Summen wird die PIN an der Kasse oder am Handy abgefragt. Damit ist es für Kriminelle sehr schwer, die Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen. Falls das Handy gestohlen wird, können die Diebe nur kleine Einkäufe damit bezahlen – bis es vom Besitzer gesperrt wird.

    Die Anbieter: Die üblichen Verdächtigen

    Derzeit entwickeln Banken eigene Bezahl-Apps, etwa die Volksbanken und Sparkassen. Die Deutsche Bank und die Commerzbank wiederum kooperieren mit Apple oder Google Pay. Aber was passiert mit unseren Daten? Seit Kurzem ist Apple Pay in Deutschland verfügbar, genauso wie auch Google Pay. Der Vorsitzende der Datenschutzkonferenz, Dieter Kugelmann, warnt: "Da mache ich mir große Sorgen. Das sind amerikanische Unternehmen, die wir als Europäer schwerer an die Datenschutzleine legen können."

    Der Datenschutz: ein Versprechen

    Wer sein Smartphone zur mobilen Geldbörse macht, der hinterlässt Spuren. Nämlich: Was er kauft, wie viel er dafür bezahlt, was ihm gefällt, wo er einkauft und so weiter. Google und Apple versprechen zwar, dass sie diese Daten nicht weitergeben. Datenschützer Kugelmann ist da skeptisch: "Wir haben schon viele Versprechungen gehört, die dann nach zwei, drei Jahren durch eine Änderung des Geschäftsmodells, durch andere handelnde Personen Schall und Rauch waren." Deshalb: So gemütlich Bezahlen mit dem Handy auch ist: Kunden sollten sich beim Kleingedruckten auf dem Laufenden halten. Vor allem mit Blick auf die Datenschutzerklärung.

    Immer mehr Geschäfte bieten mobiles Bezahlen an

    Momentan ist mobiles Bezahlen nur eine Option. Aber in immer mehr Geschäften bezahlen Kunden mit dem Handy, schon an 80 Prozent der Kassenterminals in Deutschland funktioniert das und bei großen Ketten sogar flächendeckend. Immer mehr wird Bezahlen mit dem Smartphone zu einer bequemen Alternative zum Bargeld und Karten im Portemonnaie.