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Bezahlen fürs Umweltgewissen - CO2-Ausgleich beim Fliegen | BR24

© BR/Monika Stiehl

Das Klima müssen wir schützen, darin sind sich viele Deutsche einig. Geflogen wird dennoch immer mehr. Im Trend sind jetzt Klima-Spenden, die das schlechte Umweltgewissen kompensieren sollen. Doch was bringen sie?

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Bezahlen fürs Umweltgewissen - CO2-Ausgleich beim Fliegen

Das Klima müssen wir schützen, darin sind sich viele Deutsche einig. Geflogen wird dennoch immer mehr. Im Trend sind jetzt Klima-Spenden, die das schlechte Umweltgewissen kompensieren sollen. Doch was bringen sie?

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Die Reise nach Australien – ein langersehnter Traum für viele Deutsche, doch ein Alptraum für die CO2-Bilanz: Der Ausstoß des klimaschädlichen Gases ist mit rund neun Tonnen pro Person beinahe so hoch wie die eigene Kohlendioxid-Emission pro Jahr.

Spenden für Klimaschutzprojekte im Ausland

Um das Klima-Gewissen zu beruhigen spenden viele Deutsche für Klimaschutzprojekte, die den eigenen CO2-Fußabbruck verkleinern helfen sollen. Marktführer in Deutschland ist Atmosfair. Die Organisation betreibt verschiedene Projekte im Ausland. So versorgt sie beispielsweise Haushalte in Ruanda mit effizienten Öfen, um Brennstoff zu sparen. In Nepal baut Atmosfair Biogasanlagen für Bauern. Rund 9,5 Millionen Euro hat die Organisation im vergangenen Jahr eingesammelt, das ist ein Plus von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt soll Atmosfair für ein CO2-Ersparnis von 130.000 Tonnen verantwortlich sein.

Flug buchen und fürs Klima spenden

Die CO2-Kompensation können Urlauber bei vielen Airlines zum Flug gleich dazu buchen. Das Umweltbundesamt hat eine Liste von 27 Dienstleistern zusammengestellt, die den Service anbieten, darunter die Sieger von Stiftung Wartentest Atmosfair, Klima-Kollekte und Primaklima.

CO2-Rechner bildet Betrag ab

Das Verfahren selbst ist einfach. Im Internet geben Reisende in einem CO2-Rechner ihre Flugstrecke und den Flugzeugtyp ein und erfahren wie viel Treibhausgas umgerechnet in Euro die Reise verursacht. Für einen Flug nach Australien sind das rund 250 Euro. Dann spenden sie einen bestimmten Betrag, meist für Projekte in Entwicklungsländern. Die sollen helfen, CO2-Emissionen zu kompensieren.

Klimaspende ist kein Allerheilmittel

Doch das Allheilmittel ist die Klima-Spende nicht. Am besten ist es, wenn man gar nicht fliegt, sagt der Geschäftsführer von Atmosfair.

Zudem sind manche Klimaschutz-Projekte umstritten, zum Beispiel das Aufforsten. Wald benötigt zwar CO2 zum Wachsen. Verrotten die Bäume aber, oder werden verbrannt, wird das Gas wieder frei gesetzt. Die Klimaprojekte können zudem auch an anderer Stelle Schaden anrichten.

Große Wasserkraftwerke beispielsweise erzeugen zwar klimafreundlichen Strom, verursachen aber beim Bau erhebliche Umweltschäden. In Entwicklungsländern werden beim Bau solcher Kraftwerke auch oft die Menschenrechte verletzt.