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Bezahlen beim Onlineshopping soll sicherer werden | BR24

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Ab dem 14. September soll Bezahlen mit Kreditkarte im Internet sicherer werden - zusätzliche Sicherheitsmerkmale, die von Bank zu Bank unterschiedlich sind, sollen dafür sorgen. Deshalb sollten sich Kunden schon jetzt informieren und aktiv werden.

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Bezahlen beim Onlineshopping soll sicherer werden

Ab dem 14. September soll Bezahlen mit Kreditkarte im Internet sicherer werden - durch zusätzliche Sicherheitsmerkmale. Kunden sollten sich deshalb schon jetzt mit ihrer Bank in Verbindung setzen, um Probleme beim Online-Einkauf zu vermeiden.

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Immer wieder klauen Hacker die Daten von Kreditkarten. Dann ist Betrug Tür und Tor geöffnet. Um das zu unterbinden, hat die EU Vorgaben gemacht für mehr Sicherheit beim Bezahlen von Interneteinkäufen. Bisher reichte es, die Kreditkartennummer, das Ablaufdatum und die Prüfnummer auf der Rückseite der Karte anzugeben. Nun müssen noch zwei Sicherheitsmerkmale zusätzlich abgefragt werden. Die Merkmale wurden in drei Bereiche eingeteilt:

  • Besitz, wie zum Beispiel ein Handy
  • Wissen, also eine PIN oder ein Passwort
  • Biometrie, zum Beispiel ein Fingerabdruck oder ein Irisscan

Doppelte Identifizierung

Alle Kreditkartenbetreiber müssen die neuen Sicherheitsmerkmale, die sogenannte doppelte Identifizierung, anbieten. Visa zum Beispiel nennt sein Verfahren „verified by Visa“, Mastercard nennt es „ID-Check“ und American Express „SafeKey“. Kunden müssen sich dafür bei ihrer Bank, die die Karte ausgibt, online anmelden. Jede Bank handhabt den Einsatz der Sicherheitsmerkmale allerdings anders. Die Sparkassen und die Volks- und Raiffeisenbanken zum Beispiel arbeiten wie viele andere auch mit einer App auf dem Smartphone.

"Um sich anzumelden, brauchen Sie einen sechsstelligen Registrierungscode, den bekommen Sie per Post oder sehen ihn auf Ihren Umsätzen, und mit dem verknüpfen Sie dann praktisch die App auf Ihrem Handy mit der Kreditkarte im Internet." Sebastian Sippel von der Stadtsparkasse München
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Identifizierungsapp der Sparkasse für den S-ID-Check

Beim Einkauf erscheint dann auf dem Handy die Zahlungsaufforderung. Diese muss dann je nach gewähltem Verfahren mit einer PIN, die vorher festgelegt wird, oder mit einem Fingerabdruck bestätigt werden.

Funktioniert das sichere Bezahlen auch ohne Smartphone?

Sebastian Sippel von der Stadtsparkasse München sagt: ja.

"Wenn Sie ein altes Handy haben, also kein Smartphone, dann können Sie das trotzdem lösen. Wenn Sie im Internet einkaufen, müssen Sie einfach nur Ihre Handynummer angeben. Dann bekommen Sie eine SMS mit einer TAN." Sebastian Sippel von der Stadtsparkasse München

Allerdings verlangt die Sparkasse für die Zusendung der SMS jedes Mal neun Cent.

Was, wenn ich mein Handy wechsle?

Wer sein Handy wechselt, muss die App wieder neu herunterladen und sich für das sichere Bezahlen abermals registrieren.

Wie kommt der Handel mit der Umstellung klar?

Der Handel sieht mit Sorge auf die Umstellung. Die Onlineshops, zu denen auch viele kleine stationäre Geschäfte gehören, die ihre Ware gleichzeitig übers Internet verkaufen, hätten sich auf die neuen Zahlungsmethoden eingestellt, heißt es beim bayerischen Handelsverband.

"Die Handelsbranche hat die Umsetzung der Zahlungsrichtlinie auf dem Schirm seit mehr oder weniger einem Jahr. Wir sehen auch keine technischen Probleme, weil wir ja alle mit Finanzdienstleistern zusammenarbeiten, die dieses Thema eigentlich schon abgeschlossen haben." Ernst Läuger, Präsident des Handelsverbands Bayern

Knackpunkt: der Kunde

Die große Unbekannte aber ist der Kunde. Der Handel hofft, dass die Bürger sich mit den neuen Bedingungen beschäftigt und sich darauf eingestellt haben. Richtig überzeugt davon, zeigt sich die Branche aber nicht.

"Das Schlimmste wäre, wenn wir tatsächlich Umsatzeinbrüche hätten ab dem 14. September." Ernst Läuger, Präsident des Handelsverbands Bayern

Das Banken-Aufsichtsamt Bafin hat vorsichtshalber für das neue Bezahlen im Internet jüngst noch eine Übergangsfrist auf unbestimmte Zeit festgelegt. Webshops ohne die verstärkte Kundenidentifizierung müssen somit keine Strafen fürchten. Viele Händler aber werden umstellen. Wer sicher ohne Ärger künftig online shoppen will, sollte sich deshalb für das neue Verfahren registrieren.

Keine Regel ohne Ausnahmen

Es gibt auch Fälle, bei denen die Einkäufe im Internet noch nach dem alten System bezahlt werden können – etwa bei Bestellungen unter einem Wert von 30 Euro. Eine zusätzliche Authentifizierung ist hier nicht nötig. Der Kunde kann außerdem häufig besuchte Webshops bei seiner Bank auf eine sogenannte Whitelist setzen lassen. Dann entfallen hier ebenfalls die neuen Sicherheitsmerkmale.

Übrigens: Anders als beim Onlineshopping ist es beim Onlinebanking. Hier sind die neuen Regeln ab dem 14. September auf jeden Fall Pflicht.