Eine Frau sitzt am Laptop und shoppt online.

Bewertungsbetrug im Internet: neues Gesetz löst Probleme nicht

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    Bewertungsbetrug im Internet: Neues Gesetz löst Probleme nicht

    Bewertungsbetrug im Internet: Neues Gesetz löst Probleme nicht

    Online einzukaufen ist heute für die Allermeisten völlig selbstverständlich. Eine wichtige Information ist dabei die Bewertung anderer Kunden. Häufig sind diese aber geschönt oder gefälscht. Auch ein neues Gesetz wird daran wohl nicht viel ändern.

    Wer ein Produkt kaufen oder ein Hotel buchen will, schaut sich gerne im Internet die Bewertungen von Kunden an. Doch eine große Zahl dieser Bewertungen sind schlichtweg gefälscht oder manipuliert. Ein Problem, mit dem viele Internet-Marktplätze zu kämpfen haben. Manche Händler hoffen nun auf ein Gesetz, das Ende Mai in Kraft tritt. Doch einigen Experten geht das Gesetz nicht weit genug.

    Organisierte Bewertungsbetrüger schwer zu stoppen

    Mehr Verbraucherinformation ist das Ziel des neuen Gesetzes. Firmen müssen künftig etwa offenlegen, wie sie geprüft haben, dass Bewertungen ihrer Angebote von tatsächlichen Kunden verfasst wurden. Am eigentlichen Problem ändert das aber wenig, moniert Georg Ziegler von dem Hotelbewertungsportal Holidaycheck.

    Denn es sei schwierig, Auftraggeber und Urheber von falschen Bewertungen – wie etwa spezielle Agenturen - zu finden und erst recht, diese dann nachhaltig zu stoppen. Selbst wenn es ein Gerichtsurteil gäbe. Dann werde halt bei der Agentur der Name geändert oder der Geschäftsführer ausgetauscht. "Und schon sind sie zivilrechtlich in einer Sackgasse." Darum fordert Ziegler, dass der Bewertungsbetrug ein Straftatbestand wird.

    Behörden mit der Verfolgung von Bewertungsbetrug überfordert

    Vertreter des Handelsverbandes Deutschland halten davon allerdings nichts. Schon jetzt seien in vielen Bereichen Polizei und Staatsanwaltschaft überfordert. Vom Digitalministerium heißt es, man könne sich eine Regelung vorstellen, dass innerhalb des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb künftig eine eigene Behörde gegen die Auftraggeber von gefälschten Bewertungen vorgehen könnte.

    Ziemlich einig sind sich alle Beteiligten, dass die Betrüger wohl immer neue Wege finden werden, ein Produkt fälschlicherweise zu loben. Die Verbraucherzentrale Bayern mahnt deshalb alle Verbraucher, immer mit einer guten Portion Skepsis die Internet-Bewertungen zu betrachten.

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