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Berufsunfähigkeitsversicherung: Vorsicht bei Corona-Fragen | BR24

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Fachleute raten, eine Covid-19-Infektion beim Antrag auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht zu verschweigen.

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Berufsunfähigkeitsversicherung: Vorsicht bei Corona-Fragen

Die Versicherungswirtschaft beteuert, dass eine Corona-Infektion nicht die Chancen verschlechtere, eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu bekommen. Fachleute beobachten jedoch Gegenteiliges und raten, eine Covid-19-Infektion nicht zu verschweigen.

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Von
  • Nikolaus Nützel

Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) bemüht sich, Sorgen von potenziellen Kunden einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu zerstreuen. Eine auskurierte Covid-19-Erkrankung stehe "dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung grundsätzlich nicht im Wege", erklärt der GDV.

Covid-19: Nichts völlig Neues

Der Fachanwalt für Versicherungsrecht Kai-Jochen Neuhaus sieht das ähnlich. Er hat ein Standard-Fachbuch über Berufsunfähigkeit geschrieben, das er anlässlich der Corona-Pandemie aktualisierte. Er sieht keinen Grund, sich als potenzieller Versicherungskunde allzu große Sorgen zu machen: "Covid-19 ist eine Erkrankung wie andere Erkrankungen auch."

Der wesentliche Unterschied zu anderen Erkrankungen liege darin, dass Covid-19 eine neue Krankheit ist, sagt Neuhaus. Das sollte für diejenigen, die bereits einen Versicherungsvertrag haben und wegen eines schweren Verlaufs einer Covid-19-Erkrankung möglicherweise berufsunfähig werden, aber keine Rolle spielen, betont der Jurist.

Unsicherheit für die Versicherungsbranche

Allerdings stelle Corona die Versicherungsbranche vor eine Herausforderung, auf die einzelne Unternehmen durchaus reagieren dürften, erwartet Neuhaus.

Weil mögliche Langzeitfolgen einer Corona-Infektion noch nicht erforscht sind, sei es für die Versicherer schwer kalkulierbar, wie sich Covid-19 möglicherweise auf den Gesundheitszustand ihrer Kunden langfristig auswirkt. Das könne zur Folge haben, dass die Unternehmen entsprechende Ausschlussklauseln in ihre Verträge einbauen oder Kunden in bestimmten Einzelfällen ganz ablehnen.

Keine falschen oder unvollständigen Angaben

Der Jurist warnt aber ausdrücklich davor, eine auskurierte Corona-Erkrankung zu verschweigen, wenn eine Versicherung sich danach erkundigt. Wenn etwa im Antragsformular nach Infektionen gefragt wird, "dann muss ich das selbstverständlich angeben", betont Neuhaus.

Denn auch in diesem Fall gilt, was allgemein im Versicherungsrecht gilt: Wenn der Kunde falsche oder unvollständige Angaben macht, kann das jeweilige Unternehmen vom Vertrag zurücktreten. "Auf Deutsch gesagt: dann gibt es kein Geld", warnt Neuhaus.

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