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Berufsunfähigkeit: Neue Regeln ab Januar - auch rückwirkend | BR24

© Birgit Harprath/BR

Arbeiten kann krank machen und mitunter einen Jobwechsel erfordern, damit Symptome als Berufskrankheit anerkannt werden. Doch dieser Unterlassungszwang fällt nun weg - und die Regeln gelten sogar rückwirkend.

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Berufsunfähigkeit: Neue Regeln ab Januar - auch rückwirkend

Arbeiten kann krank machen und mitunter einen Jobwechsel erfordern, damit Symptome als Berufskrankheit anerkannt werden. Doch dieser Unterlassungszwang fällt nun weg - und die Regeln gelten sogar rückwirkend.

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Von
  • Birgit Harprath

Pflegekräfte beispielsweise müssen oft schwer heben oder tragen, nicht jede Wirbelsäule hält dem Stand. Erkrankte Betroffene haben aber ein Problem: Bisher wurden die Symptome als Berufskrankheit nur anerkannt, wenn sie ihren Job auf der Station aufgaben - Unterlassungszwang nannte das der Gesetzgeber. Die entsprechende Unfallversicherung musste sich daran halten.

Für neun von 80 Erkrankungen traf das zu – darunter Haut-, Atemwegs- oder Bandscheibenleiden, die relativ häufig Ursache einer Berufskrankheit sind. Bei entsprechender Therapie aber kann in manchen Fällen gegengesteuert werden. Warum also den Job aufgeben und den Arbeitsplatz verlieren?

Unterlassungszwang aus dem Gesetz gestrichen

Berufsgenossenschaften und die Unfallkassen haben deshalb seit langem schon gefordert, die bisherige Regelung aus dem Gesetz zu streichen. Das ist jetzt geschehen: Das Bundesarbeitsministerium sieht im Unterlassungszwang ein historisch überkommenes Instrument, das heute nicht mehr erforderlich sei. Die Präventionsangebote für Versicherte sollen jetzt ausgebaut werden, verspricht die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung.

Im Beispiel-Fall der Pflegekraft könnte das zum Beispiel ein gezieltes, auf den konkreten Beruf bezogenes Rückentraining sein. Das Gesetz gilt zudem rückwirkend. Die Unfallversicherungen ermitteln von sich aus alle Fälle ab 1997. Wenn die Erkrankung noch besteht könnte sie im Nachhinein anerkannt werden – und zwar ohne, dass der Beschäftigte dafür seinen Arbeitsplatz aufgeben muss.