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Bericht: Wirecard-Manager offenbar nach Weißrussland geflüchtet | BR24

© Wirecard

Der geflüchtete Ex-Vorstand von Wirecard, Jan Marsalek

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    Bericht: Wirecard-Manager offenbar nach Weißrussland geflüchtet

    Der Ex-Vorstand des Münchner Finanzdienstleisters Wirecard, Jan Marsalek, könnte nach Weißrussland geflohen sein. Im Ein- und Ausreiseregister für Belarus sei eine Eintragung Marsaleks zu finden, berichtet der "Spiegel".

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    Der flüchtige Ex-Vorstand des Münchner Finanzdienstleisters Wirecard, Jan Marsalek, könnte sich einem Spiegel-Bericht zufolge in Belarus aufhalten. Demnach sei Marsalek in der Nacht vom 18. auf den 19. Juni kurz nach Mitternacht über den Flughafen der Hauptstadt Minsk nach Belarus eingereist. Im russischen Einreiseregister, das auch Weißrussland umfasst, sei Marsalek nur Stunden nach seiner Freistellung beim Münchner Finanzdienstleister Wirecard verzeichnet, so der Spiegel.

    Ist Marsalek in Russland?

    Eine Wiederausreise Marsaleks sei in dem Register nicht verzeichnet. Das deute darauf hin, dass sich der Manager weiterhin in Belarus oder in Russland befinde. Zwischen Russland und Weißrussland gibt es keine Grenzkontrollen.

    Zusammenarbeit mit russischen Geheimdiensten?

    Die vorliegenden Daten unterstützen die These, dass Marsalek mit russischen Geheimdiensten kooperiert oder gar für sie gearbeitet hat, so der Spiegel. Marsalek habe etwa damit geprahlt, dass er mit russischer Hilfe in die syrische Stadt Palmyra gereist sei.

    Der "Spiegel" beruft sich bei seiner Meldung auf gemeinsame Recherchen mit den Investigativplattformen "Bellingcat" aus Großbritannien, "The Insider" aus Russland und "McClatchy Report" aus den USA.

    Falsche Spuren gelegt

    Im Juni war zunächst spekuliert worden, Marsalek halte sich auf den Philippinen oder in China auf. Dann wurde jedoch bekannt, dass philippinische Einwanderungsbeamte Daten gefälscht hatten, um die Ein- und Weiterreise des ehemaligen Wirecard-Vorstands vorzutäuschen.

    Per "Einmalflug" nach Minsk

    Marsalek war bei dem Dax-Konzern aus Aschheim bei München für das operative Tagesgeschäft zuständig. Wegen des Bilanz-Skandals wurde er am 18. Juni freigestellt und am 22. Juni entlassen.

    Wie genau Marsalek nach Weißrussland gekommen sein könnte, ist dem "Spiegel"-Bericht zufolge unklar. Zu seiner Einreise sei in den russischen Datenbanken keine Flugnummer vermerkt. Es finde sich lediglich ein Hinweis auf einen "Einmalflug".

    Das Zwei-Milliarden-Loch

    Wirecard hatte eingestanden, dass in der Jahresbilanz 1,9 Milliarden Euro fehlen und das Geld bei zwei philippinischen Banken vermutlich gar nicht existiert. Der Börsenkurs des Dax-Konzerns stürzte ab, das Unternehmen meldete Insolvenz an. In dem Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft München I. Marsalek hat über seinen Anwalt erklären lassen, sich nicht der Justiz stellen zu wollen.

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