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Bericht: Bayer strebt Vergleich bei Glyphosat-Klagen an | BR24

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Bayer steht wegen tausender Glyphosat-Klagen unter Beschuss. Medienberichten zufolge strebt der Konzern nun einen Milliarden-Vergleich an, um die Rechtsstreitigkeiten beizulegen. Die Bayer-Aktie schoss nach dem Bericht nach oben.

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Bericht: Bayer strebt Vergleich bei Glyphosat-Klagen an

Bayer steht wegen tausender Glyphosat-Klagen unter Beschuss. Medienberichten zufolge strebt der Konzern nun einen Milliarden-Vergleich an, um die Rechtsstreitigkeiten beizulegen. Die Bayer-Aktie schoss nach dem Bericht nach oben.

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Der Bayer-Konzern will laut einem Agenturbericht mit einem milliardenschweren Vergleich die juristischen Auseinandersetzungen um den Unkrautvernichter Glyphosat in den USA beenden. Der Finanzdienst "Bloomberg" berichtete, Bayer schlage eine Zahlung von bis zu 8 Milliarden US-Dollar (7,15 Mrd. Euro) vor, um die Klagen in den USA beizulegen. Die Nachrichtenagentur beruft sich auf eine mit den Verhandlungen vertraute Person. Ein Bayer-Sprecher wollte dies nicht kommentieren.

Vergleich nur unter Bedingungen

Bayer-Chef Werner Baumann hatte erst Ende Juli öffentlich einen Vergleich in Betracht gezogen, um der Klagewelle im Zusammenhang mit dem angeblich krebserregenden Unkrautvernichter "Glyphosat" Herr zu werden. Dafür hatte er allerdings Bedingungen genannt: Einen Vergleich werde das Unternehmen nur in Betracht ziehen, wenn sich dieser in einem vernünftigen finanziellen Rahmen bewege und damit der gesamte Rechtsstreit endgültig beigelegt werden könne. Bayer sei aber weiter entschlossen, sich entschieden zu Wehr zu setzen.

Klagen belasten Bayer schwer

2016 kaufte der deutsche Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer den "Glyphosat"-Hersteller Monsanto und steht seither massiv in der Kritik. Gegen Monsanto liegen in den USA und in Kanada etwa 18.400 Schadensersatzklagen vor. Drei Mal wurde Monsanto deswegen in den USA schon verurteilt, zuletzt im Mai im Prozess um das erkrankte Ehepaar Pilliod: Die beiden an Lymphdrüsenkrebs erkrankten Rentner machten Monsanto für ihre Krankheit verantwortlich. Sie hatten jahrelang das glyphosathaltige Mittel "Roundup" eingesetzt. Sie klagten auf Schadensersatz in Höhe von zwei Milliarden Dollar. Zugesprochen wurden ihnen 86,7 Millionen Dollar.

Viele Experten gehen davon aus, dass Bayer, die vielen Schadenersatzklagen nur mit einem milliardenschweren Vergleich aus der Welt schafffen kann. Das Management bekommt auch Druck vom Hedgefonds "Elliott", der rund zwei Prozent an Bayer hält.

Börse reagiert positiv

Die Berichte über den möglichen Vergleich trieben den Kurs der Bayer-Aktie steil nach oben. Kurzzeitig stieg er um bis zu 11 Prozent auf gut 70 Euro - den höchsten Stand seit Anfang März.