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Tanken: Warum die Spritpreise 2021 gestiegen sind | BR24

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Seit Anfang des Jahres sind die Spritpreise gestiegen. Gründe sind die wieder angehobene Mehrwertsteuer und eine neue CO2-Steuer.

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    Tanken: Warum die Spritpreise 2021 gestiegen sind

    Tanken war im vergangenen Jahr recht günstig. Doch seit Januar sind die Preise von Benzin und Diesel deutlich gestiegen. Das hat mehrere Gründe. Einer davon ist die neue CO2-Steuer, die als Anreiz für mehr erneuerbare Energien gedacht ist.

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    Von
    • Leonie Thim

    Um fossile Energien zu verteuern und klimaschonende Alternativen voranzubringen, gibt es seit 1. Januar einen nationalen CO2-Preis für Verkehr und Heizen - die CO2-Steuer. Geregelt wird sie im sogenannten Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) für CO2-Emissionen.

    Pro Tonne CO2, die beim Verbrennen von Diesel und Benzin, Heizöl und Erdgas entsteht, müssen verkaufende Unternehmen wie Raffinerien zunächst 25 Euro zahlen. Der Preis wird an die Kunden weitergegeben. Der Mineralölwirtschaftsverband berechnet, dass sich für einen Liter Superbenzin CO2-Kosten in Höhe von 5,9 Cent je Liter ergeben, für Diesel und Heizöl von jeweils 6,7 Cent pro Liter.

    Die 25 Euro pro Tonne gelten nur dieses Jahr. Bis 2025 wird der CO2-Preis schrittweise auf 55 Euro je Tonne angehoben. Damit sollen laut ADAC die Anreize erhöht werden, im Straßenverkehr den fossilen Kraftstoffverbrauch und damit auch die CO2-Emissionen zu verringern.

    Pendlerpauschale wird angehoben

    Für Pendler sollen die Mehrkosten, die durch CO2-Steuer entstehen, etwas abgefedert werden, indem die Entfernungspauschale, oder auch Pendlerpauschale genannt, im Jahr 2021erhöht wird. Ab dem 21. Kilometer erhalten Autofahrer heuer 35 Cent pro Kilometer. Bisher betrug die Pauschale 30 Cent pro Kilometer. Für die Berechnung der Pauschale wird die einfache Entfernung von der Wohnung zum Arbeitgeber berechnet.

    Der Steuerzahlerbund geht davon aus, dass man mit einem Arbeitsweg von 35 Kilometern im Jahr 2021 rund 165 Euro mehr Entfernungspauschale geltend machen kann als bisher. Der ADAC empfindet die CO2-Steuer als "erhebliche Belastung" für diejenigen, die auf das Auto angewiesen seien. Die Anhebung der Pendlerpauschale könne diese zusätzlichen Kosten nur bedingt auffangen.

    Mehrwertsteuer wieder auf 19 Prozent

    Ein weiterer Faktor, warum Tanken im neuen Jahr teurer ist, ist die Mehrwertsteuer. Sie beträgt seit Anfang des Jahres wieder 19 Prozent. Im Juli 2020 war sie auf 16 Prozent gesenkt worden. Damit wollte die Bundesregierung während der Corona-Krise die Konjunktur ankurbeln. Obwohl die Tankstellen die Senkung nicht komplett an ihre Kunden weitergegeben haben, ist der Spritpreis im vergangenen Halbjahr um ein paar Cent pro Liter gesunken. Nun machen sich die 19 Prozent Mehrwertsteuer beim Tanken wieder bemerkbar.

    Beide Faktoren, also die neue CO2-Steuer und die Rückkehr der Mehrwertsteuer auf ihr altes Niveau, führen laut ADAC und dem Mineralölwirtschaftsverband MWV zu einer deutlichen Preissteigerung. Der Blick in die Statistik bestätigt die Preissteigerung: Am 31. Dezember 2020 lag der Preis für einen Liter Super E5 in München im Durchschnitt bei 1,32 Euro. Am 22. Januar 2021 kostete der Liter Super E5 in der Landeshauptstadt durchschnittlich 1,40 Euro.

    ADAC-Tipp: Preise beim Tanken vergleichen

    Der ADAC empfiehlt Autofahrern, grundsätzlich vor dem Tanken die Kraftstoffpreise zu vergleichen. Je nach Tageszeit und Tankstelle seien die Preisunterschiede "bisweilen erheblich". Wer vergleiche, könne "viel Geld sparen und indirekt für ein niedrigeres Preisniveau" sorgen. Denn der Wettbewerb zwischen den Tankstellenbetreibern bestimmt den Spritpreis.

    Am günstigsten ist das Tanken nach Angaben des ADAC in der Regel zwischen 18 und 22 Uhr.

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