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Beim Mindestlohn hinkt Deutschland hinterher | BR24

© Birgit Harprath/BR

In Deutschland liegt der Mindestlohn bei 9,35 Euro je Stunde. Im Juni entscheidet eine Kommission aus Gewerkschaften und Arbeitgebern über eine Erhöhung. Aktuell liegt Deutschland im europäischen Vergleich auf Platz sechs.

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Beim Mindestlohn hinkt Deutschland hinterher

In Deutschland liegt der Mindestlohn bei 9,35 Euro je Stunde. Im Juni entscheidet eine Kommission aus Gewerkschaften und Arbeitgebern über eine Erhöhung. Aktuell liegt Deutschland im europäischen Vergleich auf Platz sechs.

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Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung hat heute ihren neuen Mindestlohn-Bericht für Europa vorgelegt. Ergebnis: die Lohnuntergrenzen wurden zuletzt kräftig angehoben. Die gesetzlichen Mindestlöhne werden von Zeit zu Zeit angepasst – allein schon deshalb, weil die Preise für die Lebenshaltung steigen.

Mindestlohn steigt in der EU

In den meisten Ländern wurde zu Jahresbeginn aufgestockt – um preisbereinigte 4,4 Prozent. Das ist – so die Forscher der Böckler Stiftung – die zweithöchste Anhebung seit 2000. In Deutschland wurde um 16 Cent erhöht, auf jetzt 9,35 Euro je Stunde, das ist ein Anstieg von lediglich 1,7 Prozent.

Damit liegt der Mindestlohn hierzulande im westeuropäischen Vergleich an sechster Stelle. Wobei die Autoren des Berichtes eines zu bedenken geben: Mit ihrem Einkommen müssen die Beschäftigten durchaus unterschiedliche Lebenshaltungskosten in der EU bestreiten. Also haben sich die Wissenschaftler das Verhältnis von Löhnen und Preisen angeschaut. Deutschland landet dann mit seinen 9,35 Euro auf Platz vier.

Gewerkschaften fordern 12 Euro

12 Euro pro Stunde braucht ein Vollzeitbeschäftigter, der einigermaßen über die Runden kommen und sich eine Rente auf Niveau der Grundsicherung erarbeiten will, meinen Gewerkschaften und SPD. Den Arbeitgebern ist das zu viel. Sie fürchten den Abbau von Arbeitsplätzen im Niedriglohnbereich. Inzwischen macht sich auch Brüssel Gedanken über die Lohnuntergrenze. Im Gespräch ist die europaweit festzulegen, bei mindestens 60 Prozent des mittleren Einkommens. Mindestlöhne darunter werden als armutsgefährdend angesehen. Von dieser Grenze ist Deutschland laut OECD noch weit entfernt.

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