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"Bayerwald"-Insolvenz: Welche Rechte haben Kunden? | BR24

© Facebook Bayerwald Fenster und Türen

Kunden von Bayerwald Fenster und Türen sollen sich an Händler wenden.

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    "Bayerwald"-Insolvenz: Welche Rechte haben Kunden?

    "Bayerwald Fenster und Türen" hat Insolvenz angemeldet. Das niederbayerische Unternehmen produziert fast 90.000 Produkte pro Jahr und hat damit viele Kunden. Welche Rechte haben diese jetzt bei Mängeln und an wen können sie sich wenden?

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    Es ist noch wenig bekannt über die aktuellen Probleme bei "Bayerwald Fenster und Türen" aus Niederbayern, doch so viel steht fest: Das Unternehmen aus Neukirchen vorm Wald hat einen Antrag beim Amtsgericht Passau gestellt, um ein Insolvenzverfahren zu eröffnen.

    Nicht nur Mitarbeiter sind verunsichert, auch Kunden fragen sich: Was passiert mit meinen Fenstern und Türen, wenn es bei ihnen Mängel gibt? Das Unternehmen produziert laut seiner Website pro Jahr rund 80.000 Fenster und 8.000 Haustüren.

    "Bayerwald"-Kunden sollen sich an Händler wenden

    Das Unternehmen erklärt im Internet grundsätzlich: "Da wir als Hersteller nicht direkter Vertragspartner sind, ist es ratsam, sich in Garantiefragen an den Bayerwald-Fachhändler zu wenden, bei dem die Elemente erworben wurden." Dazu listet der Hersteller fast 800 Händler auf, die entsprechende Produkte verkaufen.

    Grundsätzlich gilt in Deutschland eine gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren – für Fenster oder Türen sind es fünf Jahre. Dieser Anspruch gegenüber dem Händler gilt auch dann weiter, wenn der eigentliche Hersteller Insolvenz angemeldet hat.

    Ersatz-Fenster und Türen auch bei Insolvenz theoretisch möglich

    Die Frage für den Händler ist dann wiederum: Wie kann er seiner Pflicht auf Nacherfüllung gerecht werden? "Insolvenz bedeutet nicht automatisch, dass der Betrieb eingestellt wird", erklärt Tatjana Halm von der Verbraucherzentrale Bayern. In der Regel werde ein Insolvenzverwalter bestellt – "und dieser prüft, wie das Unternehmen weitergeführt wird und ob Verträge noch erfüllt werden können".

    Das bedeutet, ein Händler kann unter Umständen trotz Insolvenz noch eine Ersatzlieferung vom Hersteller bekommen. Klappt das nicht, ist auch eine Nachbesserung möglich – das heißt, der Händler kann die Mängel reparieren lassen. Die Reparatur sollte selbst dann möglich sein, wenn ein Hersteller nach einer Insolvenz abgewickelt werden muss. Denn Fensterbauer und andere Handwerker für solche Arbeiten gibt es auch ohne Hersteller auf dem freien Markt.

    Vor all diese Schritten gilt für Besitzer von Bayerwald-Fenstern und Haustüren nun aber erst einmal: Erster Ansprechpartner bei Mängeln ist ihr Händler, bei dem sie das Produkt gekauft haben.

    Nachricht von "Bayerwald"-Insolvenz kam überraschend

    Die Nachricht von der "Bayerwald"-Insolvenz hat in der Region für viel Aufregung gesorgt. Landrat Franz Meyer (CSU) sagte dem BR, er sei von der Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens "völlig überrascht" worden. Er wolle nun mit allen Beteiligten sprechen, wie die etwa 300 Arbeitsplätze erhalten werden können. Auch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) habe er bereits zu einem Ortstermin eingeladen.