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Im BMW-Werk in Dingolfing sind Mitarbeiter mit der Montage einer BMW-4er Reihe beschäftigt.
© Armin Weigel / Picture Alliance
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Im BMW-Werk in Dingolfing sind Mitarbeiter mit der Montage einer BMW-4er Reihe beschäftigt.

Nach Verkaufsrekorden und Rekordgewinnen ist der Wind zuletzt deutlich rauer geworden in der Automobilbranche: In China sind 2018 weniger Fahrzeuge verkauft worden als im Vorjahr - das kam seit vielen Jahren nicht mehr vor. Und auch die Märkte in den USA und Europa scheinen gesättigt. Dazu kommen Handelskonflikte und schärfere Umweltauflagen. All das sind schwierige Bedingungen für ein Land wie Bayern, in dem die Automobilindustrie ein wesentlicher Wirtschaftszweig ist.

Bayern ist Autoland

  • Knapp ein Fünftel der Wirtschaftsleistung des verarbeitenden Gewerbes geht auf die Autoindustrie zurück.
  • Im vergangenen Jahr waren knapp 260.000 Menschen sozialversicherungspflichtig im Kfz-Bereich beschäftigt. Das zeigen Zahlen des statistischen Landesamtes.
  • Rechnet man die indirekten Beschäftigungen mit ein, kommt man auf rund 400.000 - jeder 15. Arbeitsplatz in Bayern hängt also von der Automobilindustrie ab.
  • Neben Audi und BMW sind große Zulieferer wie Schaeffler, Bosch Rexrodt, Knorr-Bremse, Brose, Webasto und viele kleinere im Freistaat angesiedelt.

Herausforderung für Hersteller und Beschäftigte

Konkret müssen die Hersteller und Zulieferer auf der einen Seite sparen, da die Gewinne nicht mehr so sprudeln. Auf der anderen Seite müssen sie in neue Technologien investieren. In den nächsten Jahren sollen zahlreiche neue Elektroautos von Audi, BMW, Daimler und VW auf den Markt kommen.

VW hat bereits angekündigt, zahlreiche Stellen streichen zu wollen. BMW will die Zahl der Gesamtbelegschaft in diesem Jahr konstant halten. Fakt ist aber auch, dass die Hersteller und Zulieferer händeringend Fachkräfte, vor allem IT-Spezialisten, suchen. Zugleich werden aber nicht nur die Autos digitalisiert, sondern auch die Produktion. Wenn das Werk also automatisiert wird, braucht es weniger Beschäftigte, um künftig Fahrzeuge zu produzieren. Bei Elektroautos ist das der Fall - diese sind einfacher herzustellen als PKW mit Verbrennungsmotoren. Und vor allem VW setzt auf Elektromobilität.

Chancen der deutschen Autoindustrie

Es tun sich auch Möglichkeiten auf: Die deutschen Hersteller haben gute Chancen, denn die Konzerne sind nicht umsonst weltweit führend mit ihren Produkten. Audi, BMW, Daimler und VW verstehen es, Autos zu bauen und zu verkaufen - und zwar Millionen Fahrzeuge mit gleichbleibender Qualität weltweit. Auf der anderen Seite entscheidet die politische Unterstützung, welche Technologie gefördert wird. Das kann man an den CO2-Zielen in der EU oder der Elektro-Quote in China sehen.

Allerdings ist die Frage, in welcher Form die Industrie besteht. Zum Beispiel, ob alle Zulieferer überleben, und wenn ja, mit wie vielen Mitarbeitern. Möglicherweise kooperiert BMW dann noch enger mit Daimler. Dabei sind auch ungewöhnliche Allianzen denkbar, wie zuletzt VW mit Ford und Amazon.

Grafik Roboter in der Autoindustrie

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