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BayernLB streicht 400 Stellen | BR24

© BR/Margit Siller

BayernLB streicht 400 Arbeitsplätze

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BayernLB streicht 400 Stellen

Die BayernLB will sich mit Hilfe ihrer Direktbanktochter DKB neu aufstellen. Gleichzeitig will die bayerische Landesbank Kosten senken: Im Gespräch ist der Abbau von zunächst 400 Arbeitsplätzen.

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Bei der BayernLB sollen rund 400 Arbeitsplätze sozialverträglich abgebaut werden. Weitere Stellenstreichungen sollen noch im Detail erarbeitet werden.

Stellenstreichung nur bei der BayernLB

Wie die BayernLB heute mitteilte, sind davon ausschließlich Stellen bei der Kernbank BayernLB betroffen. Betriebsbedingte Kündigungen schließt das Unternehmen bis Herbst 2022 aus. Im Finanzierungsgeschäft will sich die BayernLB künftig insbesondere auf fünf Zukunftssektoren der bayerischen und deutschen Wirtschaft konzentrieren. Die Bank setzt dabei auf gewerbliche Immobilienfinanzierung in Deutschland und in ausgewählten Auslandsmärkten, insbesondere in Westeuropa, Großbritannien und den USA.

"Wir haben viele Stärken, die wir in den kommenden Jahren noch effektiver nutzen werden. Wir sind davon überzeugt: Durch den Wandel von der Universalbank zu einer effizienten Spezialbank und innovativen Digitalbank unter einem Dach können wir als BayernLB-Konzern den erfolgreichen Weg der letzten Jahre fortschreiben." Stephan Winkelmeier, Vorstandschef BayernLB

Mehr Investitionen bei der Tochter DKB

Immer wichtiger wird die Direktbank-Tochter DKB: In diese will die BayernLB in den nächsten fünf Jahren 400 Mio. Euro investieren. Zusätzlich soll ein hoher dreistelliger Millionenbetrag in die Infrastruktur und IT in München und Berlin fließen. Dadurch soll die Effizienz der Plattform gesteigert werden. Ziel ist es, die DKB als TechBank weiter auszubauen. Damit will die BayernLB die Kundenzahl auf acht Millionen verdoppeln.

Gewerkschaft bedauert die Entscheidung

Die Gewerkschaft hat Verständnis für die neue Strategie, aber nicht für den Abbau der Arbeitsplätze. Aus Sicht der Bank hätte es sicher keine anderen Möglichkeiten gegeben, die erhöhten, regulatorischen Anforderungen zu kompensieren, so Gewerkschaftssekretär Gregor Völkl. Die Digitalisierung stelle den Arbeitgeber zudem vor große Herausforderungen. Allerdings sei der Arbeitsplatzverlust für die Betroffenen so kurz vor Weihnachten tragisch.

"Zumal die Angestellten der BayernLB in der Vergangenheit dem Unternehmen hier auch die Treue gehalten haben und auch Einbußen in der Altersversorgung hingenommen haben, also das ist jetzt doppelt bitter." Gregor Völkl, Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di

Die Forderung der Gewerkschaft: Auch in Zukunft solle die BayernLB bei ihrem Umbau auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Es stehe zu befürchten, dass das Ende der Fahnenstange beim Personalabbau noch nicht erreicht ist.

© BR

Die Bayerische Landesbank will künftig mehr auf ertragsstarke Bereiche setzen. Das schwächelnde Kapitalmarktgeschäft dagegen soll weitgehend aufgegeben werden. Die Pläne haben aber eine Kehrseite: Mehr als 400 Stellen sollen wegfallen.