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BayernLB-Chefvolkswirt: Was Deutschland braucht | BR24

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Jürgen Michels, Bayern LB

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    BayernLB-Chefvolkswirt: Was Deutschland braucht

    Das Exportgeschäft werde künftig auf jeden Fall schwieriger, meint der Chefvolkswirt der BayernLB, Jürgen Michels. Christine Bergmann hat in unserem Podcast "Wege aus der wirtschaftlichen Krise" mit ihm gesprochen.

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    Braucht Deutschland ein neues Geschäftsmodell? Mit dieser Frage hat sich die BayernLB zusammen mit dem Prognos-Institut schon vor Corona beschäftigt – und die Antwort von Jürgen Michels, dem Chefvolkswirt der BayernLB lautet:

    "Ich glaube es gibt nicht das Geschäftsmodell, sondern wir müssen uns verschiedene Wege aussuchen, wo wir uns in der Zukunft positionieren können."

    Corona bremst den globalen Handel

    Denn eines hat die Studie ganz eindeutig gezeigt: Der internationale Güterhandel wird abnehmen. Der Anteil des Außenhandels am Bruttoinlandsprodukt wird sich in den nächsten 20 Jahren nahezu halbieren. Das Exportgeschäft wird nicht verschwinden, aber schwieriger werden.

    "Die Länder, wo es jetzt wie geschnitten Brot gegangen ist, nämlich China in erster Linie, werden nicht mehr so stark nachfragen wie das in der Vergangenheit der Fall war. Wir müssen uns mehr an Ländern aus der zweiten Reihe orientieren. Dann haben wir viele Länder auch aus Afrika, teilweise auch aus Asien, dort wird es aber schwieriger sein, sich auf die nationalen Spezialitäten einzurichten." Jürgen Michels, Chefvolkswirt der BayernLB

    Auch Unternehmen müssen sich wandeln

    Aber nicht nur die regionale Exportstruktur wird sich ändern, auch die Produkte an sich. Michels nennt als Beispiel den Maschinenbau. Es werde nicht mehr reichen einfach nur die Maschine zu liefern. Über Plattformen müssten die Unternehmen dann zum Beispiel mit fremden Softwarefirmen zusammenarbeiten, die die nötigen Programme zur Verfügung stellen. "Hybride Geschäftsmodelle" nennt er das. Dem müssten sich aber viele Unternehmen erst noch öffnen:

    "Und das hat auch viel mit Unternehmenskultur zu tun, das ist also nicht nur eine Frage, ob ich mein 5G oder Glasfasernetz bestehen hab. Es hat auch sehr viel kulturelle Aspekte mit dabei und da muss sicherlich auch in der mittelständisch geprägten Wirtschaft doch auch mal ein Umdenken stattfinden." Jürgen Michels, Chefvolkswirt der BayernLB

    Gute Chancen sieht der Chefvolkswirt aber auch für den Export von Umwelttechnik. Allerdings wird das alles wohl nicht den gesamten Rückgang der Ausfuhren aufwiegen können. Deshalb erwartet Michels, dass der Konsum und auch die Investitionen, zum Beispiel in Energienetze, Speicherkapazitäten für Strom und die digitale Infrastruktur zunehmen.

    Kein schnelles Wachstum erwartet

    Und selbst das wird nicht reichen, um in Deutschland die gewohnten Wachstumsraten zu erzielen. Ein Plus von einem Prozent wäre seiner Ansicht nach schon viel. Doch für ihn bedeutet das nicht gleich, dass unser Wohlstand in Gefahr ist. Denn womöglich definieren wir in Zukunft Wohlstand nicht mehr nur über das Bruttoinlandsprodukt, wie bisher, sondern finden andere Messmethoden, in die auch neue Werte miteinfließen.

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