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Mann arbeitet am Laptop im Homeoffice

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    Bayern will Homeoffice stärker fördern

    Bayerns Finanzministerium will die Homeoffice-Pauschale für Arbeitnehmer dauerhaft einführen. Gleichzeitig soll die Möglichkeit der Sofortabschreibungen von 800 auf 2.000 Euro erhöht werden.

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    • BR24 Redaktion

    Gewerkschaften und auch Politiker fordern mehr Homeoffice. In der kommenden Woche wird dies auch ein Thema bei den Beratungen der Bundeskanzlerin mit den Chefs der Länder sein. Bayern legt schon einmal einen konkreten Plan vor, wie das Arbeiten im Heimbüro gefördert werden könnte.

    Abschreibungsregeln sollen verändert werden

    Finanzminister Albert Füracker (CSU) plädiert dafür, die Abschreibungsmöglichkeiten für Unternehmen zu verbessern und die Homeoffice-Pauschale für Arbeitnehmer dauerhaft zu verlängern.

    "Bayern setzt nicht auf gesetzliche Pflichten, sondern auf steuerliche Anreize." Albert Füracker gegenüber der dpa

    Die Corona-Pandemie hat die Diskussion um das Heimbüro angeheizt. "Es gibt verschiedene mögliche Stellschrauben", sagte der CSU-Politiker. Als Beispiel nannte Füracker die Erhöhung der Sofortabschreibung für alle geringwertigen - mindestens jedoch für digitale - Wirtschaftsgüter von 800 auf 2.000 Euro. Das bedeutet beispielsweise, dass eine Firma neue Laptops und Monitore für die Mitarbeiter in einem Steuerjahr komplett abschreiben könnte. "Ein weiterer deutlicher Anreiz wären verbesserte Abschreibungsbedingungen für digitale Investitionen, wie zum Beispiel eine Softwareanschaffung", so der bayerische Finanzminister.

    Bereits jetzt schon Verbesserungen für Arbeitnehmer

    Für Arbeitnehmer gilt seit vergangenem Jahr eine 5-Euro-Pauschale je Arbeitstag in der eigenen Wohnung, die bis Ende dieses Jahres befristet ist. Bayern fordert, diese Pauschale zur Dauereinrichtung zu machen. "Für Arbeitnehmer darf Homeoffice kein Zuschussgeschäft sein, und das nicht nur in Pandemiezeiten", sagte der bayerische Finanzminister dazu. Darüber hinaus forderte Füracker eine generelle Entlastung der Wirtschaft: "Unternehmen brauchen mehr Luft für Investitionen in digitale Prozesse und Homeoffice. Wir müssen die Unternehmenssteuerbelastung auf international wettbewerbsfähige 25 Prozent reduzieren".

    In den vergangenen Jahren haben mehrere europäische Länder ihre Unternehmenssteuern gesenkt, nicht jedoch Deutschland. Darüber beklagen sich Unternehmen und Wirtschaftsverbände.

    Breitband-Infrastruktur vorhanden

    Über 97 Prozent der Haushalte im Freistaat hätten bereits schnelles Internet, nach Abschluss der laufenden Projekte des bayerischen Finanzministeriums seien es sogar 99 Prozent. Insbesondere in ländlichen Regionen sei Bayern bei den Versorgungszahlen bundesweit führend, teilt die Behörde mit. Der Freistaat investiere in über 3.000 Breitband-Förderprojekten seit 2014 mit einem Gesamtvolumen von über 1,2 Milliarden Euro in den Glasfaserausbau.

    "Ein leistungsfähiger Internetanschluss darf kein Privileg der Städte sein. Im ländlichen Raum ist Bayern mit 90 Prozent Versorgungsquote deutschlandweit Spitzenreiter." Albert Füracker, bayerischer Finanzminister

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