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Regional statt Fernost: Start-Up züchtet bayerische Bio-Garnelen | BR24

© BR/Hanna Möbus

Die Deutschen essen im Jahr 50.000 Tonnen Garnelen - zum Großteil aus künstlichen Aquakulturen in Südostasien. Wegen der großen Umweltbelastung hat ein oberbayerischer Unternehmer vor acht Jahren eine nachhaltige Zucht begonnen.

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Regional statt Fernost: Start-Up züchtet bayerische Bio-Garnelen

Die Deutschen essen im Jahr 50.000 Tonnen Garnelen - zum Großteil aus künstlichen Aquakulturen in Südostasien. Wegen der großen Umweltbelastung hat ein oberbayerischer Unternehmer vor acht Jahren eine nachhaltige Zucht begonnen.

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90 Prozent der weltweit produzierten Garnelen stammen aus Aquakulturen in Südostasien. Das verursacht jedoch enorme Umweltschäden durch lange Transportwege und die Mengen an Antibiotika und Chemikalien, die Meer und Trinkwasser verunreinigen. Deshalb wollte der studierte Jurist Fabian Riedel faire, regionale und artgerechte Garnelen züchten und begann 2012 zusammen mit einem Partner mit seiner Garnelenzucht in Langenpreising bei Moosburg an der Isar.

Künstliches Salzwasser ohne Chemie und Antibiotika

Im Start-Up-Unternehmen "Crusta Nova" wachsen Salzwassergarnelen heran, die ursprünglich aus Südamerika kommen. Dem bayerischen Leitungswasser mischen die Unternehmer ein synthetisches Salz bei und erzeugen so Salzwasser.

"Wir haben eine Biologie im Wasser, in der sich das Tier sehr wohl fühlt. Wir verwenden ausschließlich nachhaltiges Premiumfutter, völlig ohne chemische Zusätze und mehr kommt nicht ins Wasser rein." Fabian Riedel, Crusta Nova

In acht großen Zuchtbecken leben die Garnelen in drei Generationen. Das Wasser wird ständig mit Sauerstoff angereichert und gereinigt, die Luftfeuchtigkeit liegt bei 80 Prozent - wie in den Mangroven.

Gesunde Garnelen springen zwei Meter weit

Crusta Nova züchtet die Garnelen von der Larve bis zum Direktvertrieb. Die Larven, die mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind, kauft Riedel bei einem Partner in den USA. Dann verdoppeln sie ihr Gewicht fast täglich. Nach drei bis vier Monaten haben sie die gewünschte Größe von 10 bis 15 Zentimetern erreicht. Abgefischt und ausgeliefert wird täglich.

"Hier sehen Sie auch, wenn man hier reingeht, wie sie springen. Die Garnelen sind wahnsinnig stark, man kann sie kaum in den Händen halten. Die können mit den Muskeln, die sie haben, auch zwei Meter aus dem Becken springen." Fabian Riedel Crusta Nova

Einen Tag nach dem Fang auf den Teller

Im Online-Shop von Crusta Nova kann man die Garnelen bestellen und auswählen, wie sie geliefert werden sollen. Natürlich kann man sie auch direkt frisch vor Ort abholen. Kunden sind Landgasthöfe, Skihütten in den Alpen, Fischhändler, Gourmet-Restaurants aber auch Supermärkte. Laut Crusta Nova kommt die bestellte Garnele frisch abgefischt oder auch schockgefrostet am Folgetag an.

Bei Chefköchin Elisabeth Englert vom Hotel der Therme Erding zum Beispiel stehen die Garnelen von Crusat Nova auf der Vorspeisenkarte. Bis sie auf dem Teller landen, vergehen im Idealfall ein paar Stunden, sagt sie.

"Nach der Lieferung werden die Garnelen noch geputzt, der Darm muss rausgemacht werden. Und dann kommen sie schon in die Pfanne und werden entsprechend weiterverarbeitet." Elisabeth Englert, Hotel Therme Erding