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Bayerischer Autogipfel: Das sind die Diesel-Argumente | BR24

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Große Erwartungen an das erste Zukunftsforum in München hatte heute noch niemand. Nun sollen fünf Arbeitsgruppen gebildet werden, die sich mit den Zukunftsthemen in der Automobilbranche beschäftigen.

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Bayerischer Autogipfel: Das sind die Diesel-Argumente

Das Image der Autoindustrie hierzulande ist deutlich angekratzt. Umso mehr dürften sich die Autohersteller über die Unterstützung von Spitzenpolitikern gefreut haben. Mit diesen Argumenten setzen sie sich für die Diesel-Zukunft ein.

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Die Politik scheint sich immer mehr Sorgen zu machen: Das Image der Autoindustrie hierzulande ist deutlich angekratzt. In München haben sich deshalb Spitzenpolitiker mit der Wirtschaft getroffen, um über die für Bayern so wichtige Industrie zu sprechen – der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hatte zum Gipfel geladen. Unter anderem mit dabei: Die Vertreter von Audi, BMW, MAN und die bayerische IG Metall.

Diesel vor allem für die ländlichen Regionen wichtig

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat sich klar für die Zukunft von Benzin- und Dieselmotoren ausgesprochen:

"Vor allem im ländlichen Raum muss und wird der Diesel Zukunft haben. 850.000 Beschäftigte - 400 Milliarden Umsatz, das ist unsere Leitindustrie." Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer

Auf dem bayerischen Autogipfel war viel die Rede von Wohlstand, den die Branche ermöglicht. Die bayerische Wirtschaft und die Politik machen sich offensichtlich zunehmend Sorge um die Autoindustrie. So wurden in Bayern zum Jahresende hin deutlich weniger Fahrzeuge produziert und exportiert als im Vorjahreszeitraum. Bei der Auftaktveranstaltung zum Zukunftsforum Automobil bezeichnete sich der bayerische Ministerpräsident Markus Söder als Partner der Branche:

"Das Automobil ist industriepolitisch die Halsschlagader der deutschen Wirtschaft." Bayerischer Ministerpräsident Markus Söder

Bundesverkehrsminister Scheuer: „Menschen sind auf bezahlbare Mobilität angewiesen“

Für Söder und seinen Parteikollegen, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, gehören deshalb auch die EU-Grenzwerte überprüft. Zudem ist das Auto für beide nicht nur ein Ausdruck der individuellen Mobilität. Sie sehen für Verbrennungsmotoren eine Zukunft, auch für den Diesel. Scheuer konnte sich dabei einen Seitenhieb auf den Grünen-Vorsitzenden Robert Habeck nicht verkneifen:

„Die Grünen wollen ein moralisches Narrativ umsetzen. Wenn ich aber sehe, dass Habeck selber gar kein Auto hat, dann darf man den anderen Menschen, die auf bezahlbare Mobilität angewiesen sind, nicht den eigenen Lebensstil aufoktroyieren wollen.“ Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer

Um den Unternehmen zu helfen, soll es bei dem Zukunftsforum aber weniger um Tempolimits und den Abgasskandal gehen, sondern vor allem um Zukunftsstrategien der Autoindustrie.

"Wir sind in der größten Herausforderung in unserer Geschichte. Und wir sind auch optimistisch, dass wir gemeinsam, wenn Politik, Wirtschaft und Gesellschaft an einem Strang ziehen, auf der Welt erfolgreich bleiben." BMW Chef Harald Krüger

Bayerischer Wirtschaftsminister Aiwanger: „Wir retten das Auto!“

Zum Auftakt des Zukunftsforums wurden fünf Arbeitsgruppen gebildet – sie sollen sich unter anderem mit den Themen alternative Antriebstechnologien, wie der Elektromobilität, Digitalisierung und neue Mobilitätskonzepte beschäftigen. Zum Schluss des Autogipfels hat Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger noch eine Botschaft gesendet, die die etwa 400.000 Beschäftigten in Bayern, deren Arbeitsplatz direkt oder indirekt am Auto hängt, freuen dürfte:

"Wir wissen, dass wir zukunftsfähige Modelle brauchen. Aber wir retten das Auto! Autofahren ist in und muss in bleiben." Bayerischer Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger

IG Metall: „Mobilität muss für den kleinen Mann bezahlbar bleiben.“

Bayerns IG Metall-Chef Johannes Horn hat sich dagegen etwas kritischer gezeigt. Denn Söder hatte einen ähnlichen bayerischen Autogipfel bereits im Juni 2018 veranstaltet. Industrie und Arbeitnehmer hatten dabei einen "Pakt zur Zukunft der Fahrzeugindustrie in Bayern" unterzeichnet. Horn sagte, seither sei nichts geschehen. Aber er freue sich, dass es jetzt losgehe:

"Bei den Veränderungen muss der Mensch im Mittelpunkt stehen. Umweltschutz ist wichtig, aber gute Arbeitsplätze und bezahlbare Mobilität für den kleinen Mann sind es auch." Johann Horn, Bayerns IG-Metallchef
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Weitere Information zur Verweildauer

© Gabriel Wirth

Auf dem bayerischen Autogipfel haben Politik und Industrie Argumente für die Zukunft des Diesel vorgebracht.