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Bayerischer Arbeitsmarkt im Juni: "Rasante Talfahrt ist vorbei" | BR24

© BR/Tanja Oppelt

In der Corona-Pandemie ist ein nur leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit schon eine gute Nachricht. "Die rasante Talfahrt ist vorbei", sagt der Chef der bayerischen Arbeitsagenturen. Die Zahl der Kurzarbeiter bleibt sehr hoch.

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Bayerischer Arbeitsmarkt im Juni: "Rasante Talfahrt ist vorbei"

In der Corona-Pandemie ist ein nur leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit schon eine gute Nachricht. "Die rasante Talfahrt ist vorbei", sagt der Chef der bayerischen Arbeitsagenturen. Die Zahl der Kurzarbeiter bleibt jedoch sehr hoch.

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Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im Juni nur noch leicht gestiegen - auf 293.823. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Mai um 0,1 Prozentpunkte und lag im Juni bei 3,9 Prozent. Im Vergleich zum Juni vor einem Jahr stieg die Arbeitslosigkeit aber um fast die Hälfte (plus 48,8 Prozent).

Wirtschaftliche Talfahrt schwächt sich ab

Normalerweise sinkt die Zahl der Arbeitslosen von Mai auf Juni durch die Frühjahrsbelebung. Dieser Effekt blieb in diesem Jahr aus. Doch in Zeiten der Corona-Pandemie ist auch ein leichter Anstieg eine gute Nachricht. "Die rasante Talfahrt in der Corona-Krise ist vorbei", sagt der Chef der bayerischen Arbeitsagenturen Ralf Holtzwart. Als besonders wertet er, dass die Zahl der Arbeitslosen unter der psychologisch wichtigen Marke von 300.000 geblieben ist. Und trotz der schwierigen Situation auf dem Arbeitsmarkt steigt die Zahl der Menschen in Bayern, die einen neuen Job finden. Im Juni haben rund 25.000 Arbeitslose eine neue Stelle antreten können.

Jeder Fünfte ist in Kurzarbeit

Rekordverdächtig hoch bleibt die Zahl der Kurzarbeiter. Einer Befragung des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB zufolge befand sich im Mai mehr als jeder fünfte sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer in Bayern in Kurzarbeit (22 Prozent). Der Chef der bayerischen Arbeitsagenturen Holtzwart sieht das Positive: Es zeige, dass sich das Instrument Kurzarbeit erneut in der Krise bewähre. Die Firmen vertrauten diesem Instrument. Holtzwart wollte aber nicht ausschließen, dass es im Herbst noch einige Insolvenzen gebe, wenn die Schutzschirm-Programme von Bund und Freistaat an Wirkung verlören.

Bayerische Betriebe wollen trotz Corona ausbilden

Für alle Schulabgänger ist die Situation auf dem bayerischen Ausbildungsmarkt laut Holtzwart „ganz hervorragend“. Die Corona-Krise hat die Ausbildungsbereitschaft der bayerischen Betriebe offenbar nicht geschmälert. Rein rechnerisch stehen für jeden Bewerber 1,8 Ausbildungsstellen zur Verfügung. In Niederbayern und der Oberpfalz kann jeder Bewerber sogar aus drei Lehrstellen wählen. Vor allem im Ein- und Verkauf, im Vertrieb und in der Maschinen- und Fahrzeugtechnik werden noch Auszubildende gesucht.

Große regionale Unterschiede

Regional ist die Arbeitslosenquote in Bayern weiter sehr unterschiedlich. Die niedrigste Quote verzeichnete im Juni der Landkreis Eichstätt mit 2,1 Prozent. In der Stadt Hof war die Quote bayernweit am höchsten bei 7,6 Prozent. Unter den Regierungsbezirken hat die Oberpfalz die niedrigsten Arbeitslosenzahlen. Die Quote lag im Juni bei 3,4 Prozent. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit haben vor allem die Bauwirtschaft und die Landwirtschaft den Arbeitsmarkt dort stabilisiert. Schlusslicht ist Mittelfranken mit einer Arbeitslosenquote von 4,5 Prozent. Vor allem in der Stadt Nürnberg war die Quote zuletzt wieder stark angestiegen auf aktuell 6,8 Prozent.

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