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Bayerische Wirtschaft: Trübe Konjunkturaussichten trotz Erholung | BR24

© Walter Kittel/BR

Konjunkturprognose der bayerischen Wirtschaft

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Bayerische Wirtschaft: Trübe Konjunkturaussichten trotz Erholung

Die bayerische Wirtschaft hat den historischen Einbruch durch die Corona-Pandemie großteils überwunden. Der BIHK-Konjunkturindex liegt aktuell nur knapp unter dem langjährigen Durchschnitt. Trotzdem sind die Zukunftsaussichten nicht rosig.

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Von
  • Jürgen Seitz

Die rasche Erholung markiert das größte Stimmungsplus zwischen zwei aufeinanderfolgenden Erhebungen seit Umfragebeginn im Jahr 1993, so der Herbst-Konjunkturbericht des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK). Rund 4.000 Unternehmen im Freistaat nahmen Ende September an der Erhebung teil.

Bislang berichten die Unternehmen noch von einer deutlich besseren Geschäftslage als im Mai. Der entsprechende Saldenwert stieg von minus 18 Punkten auf plus 9 Punkte an. "Die anfänglichen Befürchtungen, eine zu starke Abhängigkeit von fragilen internationalen Lieferketten würde ein schnelles Hochfahren verhindern, sind nicht eingetreten", sagt BIHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl.

Weniger Wachstum und Jobs

Die Unternehmen rechnen allerdings nur mit wenig Wachstum in den kommenden Monaten: Zwar haben sie ihre Geschäftserwartungen per Saldo von minus 20 auf plus 5 Punkte kräftig angehoben. Im Vergleich zu früheren Erholungen nach Rezessionen ist dieser Wert allerdings eher enttäuschend.

Auch die Aussichten für den bayerischen Arbeitsmarkt bleiben weiter gedämpft. Zwar wollen weniger Unternehmen als noch im Frühjahr Personal abbauen, unter dem Strich bleibt der Saldo der Beschäftigungserwartungen aber im negativen Bereich bei minus 11 Punkten. Zur Anpassung ihrer Personalkapazitäten setzen die Unternehmen vor allem auf Kurzarbeit, natürliche Fluktuation und Arbeitszeitkonten.

Starke Insolvenzwelle unwahrscheinlich

Dennoch geht Manfred Gößl nicht von einer Insolvenzwelle durch die Corona-Krise aus, sondern nur von einer Zunahme um 10 bis 15 Prozent im Vergleich zu 2019, als es etwa 2600 Unternehmenspleiten in Bayern gegeben habe. Das liege auch daran, dass die Firmen in den zurückliegenden guten Jahren ihr Eigenkapital gestärkt hätten. Das Ausmaß sei beherrschbar.

Aiwanger: Starkes Signal in Richtung Erholung

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) sprach von starken Erholungssignalen Dennoch sei die Zeit reif für eine Senkung der Unternehmenssteuern. Aiwanger forderte die Einführung eines mehrjährigen steuerlichen Verlustrücktrags. Damit hätten betroffene Betriebe wieder mehr Geld in der Kasse, ganz ohne staatliche Hilfsprogramme.

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