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Bayerische Metall- und Elektroindustrie in der Rezession | BR24

© BR/Birgit Harprath

Metall- und Elektroindustrie in der Rezession

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Bayerische Metall- und Elektroindustrie in der Rezession

Eine der wichtigsten Säulen für Bayerns Wirtschaft ist die Metall- und Elektroindustrie. Eine Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände zeigt: Ausgerechnet diese Branche bekommt die Konjunkturflaute derzeit am meisten zu spüren.

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Lange war die Metall- und Elektroindustrie die Lokomotive der bayerischen Wirtschaft, doch die Kombination aus Konjunkturschwäche und Strukturwandel trifft sie hart und kostet inzwischen auch Jobs. Das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände: Die Branche befindet sich in der Rezession.

Schlechte Aussichten für die gesamte Branche

Aktuell leide die Metall- und Elektroindustrie in Bayern sowohl unter konjunkturellen als auch strukturellen Problemen, sagt Bertram Brossardt. Er ist Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Unternehmensverbands Metall und Elektro e.V. Für 2019 rechnet Brossardt mit einem Umsatz-Minus von fünf Prozent, für 2020 mit einem weiteren Rückgang des Umsatzes um zwei Prozent.

Auch die Erträge sind betroffen. Mehr als jedes neunte Unternehmen der Branche sagt der Umfrage zufolge im laufenden Jahr einen Verlust voraus. Im Sommer waren es noch deutlich weniger. Weitere 8,5 Prozent werden voraussichtlich nur die Schwarze Null erreichen.

Flaute in der Automobilbranche

Vor allem die Automobil- und Zulieferindustrie bewertet ihre Lage schlecht und glaubt nicht an gute Zeiten im nächsten Jahr. Inzwischen sinkt die Produktion auch beim Maschinenbau. Der war bislang ein wichtiger Pfeiler für den Export und hatte wesentlich zu den guten Exportergebnissen der bayerischen Wirtschaft beigetragen. Damit ist es nun vorbei. Nur die Elektronikindustrie sieht sich durch die Digitalisierung noch gut aufgestellt. Wenn investiert werde, dann würden das allerdings viele Firmen eher im Ausland tun, so Brossardt.

Verlust von 10.000 Arbeitsplätzen erwartet

Die bayerische Metall- und Elektroindustrie erwartet für das kommende Jahr den Verlust von 10.000 Jobs. Dabei habe man noch sehr konservativ gerechnet, sagt Brossardt. Die Rezession habe nun auch die Beschäftigung erfasst. Der Verbandschef warnt allerdings vor Überreaktionen.

"Ich darf und ich will insbesondere keine Panik verbreiten." Bertram Brossardt, Bayerischer Unternehmensverband Metall und Elektro e.V.

Trotz des Fachkräftemangels geben 28 Prozent der Befragten an, Stellen abbauen zu müssen. Für Bertram Brossardt gehe es jetzt darum, gegenzusteuern. Mit einer Entlastung bei den Steuern zum Beispiel. Er hat aber auch die anstehende Tarifrunde im Blick:

"Wir brauchen moderate Lohnsteigerungen, die betrieblich angepasst werden können. Mit einem tariflichen Weiter so gefährden wir die Tarifbindung, was wir in Bayern ganz sicher nicht wollen und letztlich die industrielle Wertschöpfung und Beschäftigung in Bayern." Bertram Brossardt, Bayerischer Unternehmensverband Metall und Elektro e.V.

Die Tarifrunde für die rund 870.000 Mitarbeiter der Branche startet im März.

© BR

Bayerns Metall- und Elektroindustrie blickt düster in die Zukunft. Die Branche steckt in einer schweren Krise, die Produktion sinkt spürbar. Für das kommende Jahr befürchtet man einen Verlust von mindestens 10.000 Arbeitsplätzen.