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Bayerische Firmen liefern viele Rüstungsgüter nach Saudi-Arabien | BR24

© BR/Stephan Lina

Saudi Arabien gehört wie andere arabische Länder zu den besten Kunden der deutschen Rüstungsindustrie. Zu den wichtigsten Lieferanten gehören dabei auch bayerische Firmen, die in der Öffentlichkeit wenig bekannt sind.

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Bayerische Firmen liefern viele Rüstungsgüter nach Saudi-Arabien

Saudi-Arabien gehört wie andere arabische Länder zu den besten Kunden der deutschen Waffen- und Rüstungsindustrie. Unter den wichtigsten Lieferanten sind auch Firmen aus Bayern, die in der Öffentlichkeit nur wenig bekannt sind.

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Nach dem Tod des Journalisten Jamal Kashoggi hat sich Bundeskanzlerin Merkel für einen vorläufigen Stopp von Rüstungsexporten nach Saudi-Arabien ausgesprochen. Auch die Teilnahme an der Investorenkonferenz, die am Dienstag beginnt, ist umstritten.

Bei Airbus setzt man im Umgang mit diesem Thema und Saudi-Arabien auf eine Doppelstrategie. So hat Dirk Hoke, der Chef der Airbus-Verteidigungssparte seine Teilnahme an der Konferenz abgesagt. Gleichzeitig betonte der Konzern aber, man müsse im Dialog bleiben.

Tornado und Eurofighter für Saudi-Arabien

Für Bayerns Luft- und Raumfahrtindustrie sind die Saudis wichtige Kunden. Ähnlich wie die Bundeswehr setzt Riads Luftwaffe auf die Kampfflugzeuge Tornado und Eurofighter. Die Saudis haben erst vor wenigen Monaten dutzende neue Eurofighter nachbestellt.

Offiziell läuft dieses Geschäft zwar über Großbritannien, entscheidende Bauteile kommen aber aus dem Freistaat, etwa aus Augsburg, wo bei der Airbus-Tochter Premium Aerotec große Teile des Rumpfes entstehen. Dazu kommen Bordelektronik und Ersatzteile von bayerischen Mittelständlern.

Technologie aus dem bayerischen Mittelstand

Überhaupt zählen Firmen aus Bayern zu weltweit führenden Anbietern von Spezialtechnologien wie Raketenantrieben oder Verteidigungselektronik. Dazu gehören Bauteile für Radarsysteme ebenso wie Kommunikationssysteme, aber auch Technologien, mit denen Staaten den Funk- oder Internetverkehr ausspähen können. Die Münchener Firma Rohde und Schwarz zum Beispiel präsentierte sich erst kürzlich in einer regionalen Zeitung als verlässlicher Partner Saudi-Arabiens.

Auch die Grenzen des Landes werden mit bayerischer Technologie gesichert. In den vergangenen Jahren lieferte Cassidian, der Vorläufer der heutigen Airbus-Rüstungssparte, den Saudis ein vernetztes Grenzsicherungssystem samt Krisen- und Kontrollzentren, in denen die entsprechenden Daten zusammenlaufen.

Kampfpanzer aus Bayern haben die Saudis allerdings nicht. Zwar gab es immer wieder Interesse an der modernsten Variante des Leopard 2, ein Milliardendeal über hunderte von Panzern scheiterte vor einigen Jahren aber unter anderem am Widerstand des damaligen Wirtschaftsministers Sigmar Gabriel (SPD).

Bayerische Panzer-Technologie im Jemen-Krieg

Im Jemen-Krieg kommt dennoch bayerische Panzer-Technologie zum Einsatz. Einen großen Teil der von Saudi-Arabien geführten Allianz stellen nämlich die Streitkräfte der Vereinigten Arabischen Emirate. Deren Bodentruppen kämpfen unter anderem mit dem französischen Leclerc-Panzer.

Unter dessen Panzerung stecken aber wesentliche Teile aus Deutschland. Das Getriebe zum Beispiel ist eine Entwicklung der Augsburger Firma Renk.

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Weitere Information zur Verweildauer

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Kanzlerin Merkel hat weitere Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien ausgeschlossen. Es geht um Hunderte Millionen Euro. Betroffen wären vor allem bayerische Unternehmen, erläutert BR-Wirtschaftsexperte Lina.