Zurück zur Startseite
Wirtschaft
Zurück zur Startseite
Wirtschaft

Bayer will Milliarden in Glyphosat-Alternativen investieren | BR24

© dpa-Bildfunk/Oliver Berg

Das Bayer-Kreuz hängt an der Fassade eines Werksgebäudes von Bayer

6
Per Mail sharen
Teilen

    Bayer will Milliarden in Glyphosat-Alternativen investieren

    Nach Manager-Schelte, drastischem Kursverfall und einer Klagewelle in den USA geht Bayer in die Offensive: Der Pharma- und Agrarchemiekonzern sucht Alternativen zum umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat. Will aber trotzdem daran festhalten.

    6
    Per Mail sharen
    Teilen

    In den kommenden zehn Jahren will Bayer rund fünf Milliarden Euro in die Entwicklung zusätzlicher Methoden zur Unkrautbekämpfung stecken. Außerdem setze man sich höhere Maßstäbe für "Transparenz, Nachhaltigkeit und den Umgang mit allen Interessensgruppen", heißt es von Bayer. Die Maßnahmen würden auf Bedenken eingehen, die das Unternehmen im Jahr nach der Akquisition von Monsanto erreicht hätten.

    Unkrautvernichter Glyphosat belastet Bayer schwer

    Konzernchef Werner Baumann war im Zusammenhang mit der umstrittenen Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto auf der Bayer-Hauptversammlung Ende April als erster amtierender Vorstandschef eines Dax-Konzerns von den Aktionären nicht entlastet worden. Die Rechtsstreitigkeiten rund um Glyphosat lasten schwer auf dem Aktienkurs des mit Aspirin groß gewordenen Traditionskonzerns. In der europäischen Politik läuft zudem schon länger eine Debatte über den Ausstieg aus der Nutzung des von Monsanto entwickelten Herbizids, auch deshalb sind langfristig möglicherweise Alternativen notwendig.

    Bayer will trotzdem an Glyphosat festhalten

    Der Unkrautvernichter werde weiterhin eine wichtige Rolle in der Landwirtschaft und in der Produktpalette von Bayer spielen, heißt es vom Unternehmen. In den USA sieht sich Bayer mit etwa 13.400 Klägern wegen des Unkrautvernichters konfrontiert. Zuletzt wurde der Konzern Mitte Mai zu mehr als zwei Milliarden Dollar Schadenersatz an ein krebskrankes Ehepaar verurteilt. In zwei vorherigen Fällen wurden den Klägern Schadenersatzzahlungen von insgesamt knapp 160 Millionen Dollar zugesprochen. Der Konzern hat Berufung eingelegt oder angekündigt, viele Experten gehen aber letztlich von einem teuren Vergleich aus.

    © dpa-Bildfunk/Haven Daley

    Glyphosathaltiges Unkrautvernichtungsmittel "Roundup" steht in einem Ladenregal.

    Bayer: Glyphosat ist nicht gesundheitsschädigend

    Bayer hat wiederholt auf zahlreiche Studien verwiesen, die Glyphosat als nicht gesundheitsschädigend einstufen und will die Substanz in der Europäischen Union weiter einsetzen dürfen. Im Sinne der in Aussicht gestellten größeren Offenheit plant das Unternehmen bei dem in diesem Jahr anstehenden EU-Wiederzulassungsverfahren von Glyphosat ein Pilotprojekt: Forscher, Nichtregierungsorganisationen und Journalisten seien eingeladen, die wissenschaftliche Vorbereitung des Verfahrens aktiv zu begleiten, so Bayer.

    Bayer will die Umweltbilanz seiner Produkte verbessern

    Der Konzern versprach auch, die Umweltbilanz seiner landwirtschaftlichen Produkte zu verbessern und bis 2030 die Auswirkungen auf die Umwelt um 30 Prozent verringern. Dafür will Bayer nach eigenen Angaben neue Technologien entwickeln, die die Menge an Pflanzenschutzmitteln reduzieren und präzisere Anwendungen ermöglichen. In Entwicklungsländern werde Bayer nur Pflanzenschutzprodukte auf den Markt bringen, wenn sie sowohl die lokalen Sicherheitsstandards des jeweiligen Landes erfüllten als auch die Anforderungen einer Mehrheit der führenden Zulassungsbehörden.