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Baukindergeld fließt in Einfamilienhäuser statt Wohnungen | BR24

© Felix Lincke / BR

Kaum mehr Wohnraum durch Baukindergeld.

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Baukindergeld fließt in Einfamilienhäuser statt Wohnungen

Berechtigte Familien bekommen zehn Jahre lang für jedes Kind 100 Euro pro Monat für die eigene Immobilie. Statt wie vom Gesetzgeber erhofft, werden allerdings kaum mehr Eigentumswohnungen gebaut, sondern vor allem Einfamilienhäuser.

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Das Baukindergeld sollte ja eigentlich ein Beitrag gegen die Wohnungsnot in deutschen Städten sein und war nicht als Zersiedelungs-Prämie für immer weitere Einfamilienhäuser auf dem Land gedacht. So sieht das zumindest die Bundestagsfraktion der Grünen und fühlt sich in ihrer Kritik bestätigt.

Das Bundesinnenministerium teilte auf Anfrage der Grünen mit, dass nur einer von zehn Anträgen für das Baukindergeld der Anschaffung einer Etagenwohnung diene. Die allermeisten Zuschüsse würden deshalb in den Bau von Eigenheimen auf dem eigenen Grundstück fließen.

Mehr Einfamilienhäuser, mehr Flächenverbrauch

Genau das fördert eben auch den Flächenverbrauch, den die Bundesregierung aus Umweltschutzgründen eindämmen wollte. So standen im ersten Halbjahr rund 17.000 Anträgen für Häuslebauer nur 1.700 Anträge für Eigentumswohnungen gegenüber.

Insgesamt sind diese Zahlen viel zu gering, um am bundesweiten Wohnungsmarkt etwas zu bewirken. Die Bundesregierung hatte sich zum Ziel gesetzt, dass in ihrer Amtszeit 1,5 Millionen neue Wohnungen gebaut werden sollten.

Lenkungswirkung auch bei Grundsteuer und Eigenheimzulage fraglich

Bayern fördert den Eigentumserwerb stärker als der Bund. Doch die Kaufpreis-Subventionen des Freistaates haben vor allem eins gebracht: Einen Anstieg der Hauspreise von rund 3,3 Prozent, jedoch keinen entsprechenden Anstieg der Baugenehmigungen.

ifo-Forscher verglichen dabei Haus-und Wohnungspreise in den bayerischen Grenzregionen von 2016 bis Ende 2018. Weil bei den unmittelbaren Nachbarn in Baden-Württemberg, Hessen und Sachsen weniger Kaufpreis-Subventionen gezahlt werden, so die Annahme, hätte in den vergleichbaren bayerischen Regionen mehr gebaut oder gekauft werden müssen.

Keine Reaktion des Marktes auf höhere Subventionen in Bayern

Dies war jedoch - zumindest bis Anfang 2019 - nicht der Fall. Bayern folgt stattdessen bei Baugenehmigungen der Verlaufskurve der anderen Bundesländer.

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