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Bahn stellt 100.000 neue Mitarbeiter ein | BR24

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Lokführer, Gleisbauer, Ingenieure: Mit einem Kraftakt will die Deutsche Bahn innerhalb von fünf Jahren rund 100.000 neue Mitarbeiter einstellen. Alleine in diesem Jahr soll es 24.000 Neueinstellungen geben. Zu spät, sagen allerdings Kritiker.

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Bahn stellt 100.000 neue Mitarbeiter ein

Lokführer, Gleisbauer, Ingenieure: Mit einem Kraftakt will die Deutsche Bahn innerhalb von fünf Jahren rund 100.000 neue Mitarbeiter einstellen. Alleine in diesem Jahr soll es 24.000 Neueinstellungen geben. Zu spät, sagen allerdings Kritiker.

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Christina Hoiß aus dem oberbayerischen Penzberg ist die 23.000ste neue Mitarbeiterin in diesem Jahr, die 26-Jährige arbeitet seit einer Woche als Bauingenieurin im Team der Brücken- und Stellwerkbauer der Bahn:

"Die Kollegen hier haben auf jeden Fall sehr viel zu tun und es werden noch ganz viele Ingenieure für die Planung gesucht, bei uns in der konstruktiven Planung, aber auch in der Verkehrsplanung natürlich." Christina Hoiß, Bauingenieurin

Bahn kämpft gegen die Pensionierungswelle

100.000 neue Mitarbeiter, die Bahn will damit in den kommenden fünf Jahren eine Pensionierungswelle der Babyboomer-Generation kompensieren sowie eine Verdopplung der Fahrgastzahlen im Fernverkehr schaffen, sagt der Personalvorstand der Bahn, Martin Seiler:

"Alle wollen eine bessere Bahn, alle wollen mehr Schiene und genau deswegen investieren wir. Das heißt, wir haben zusätzlich 8.000 Arbeitsplätze allein in diesem Jahr geschaffen." Martin Seiler, Deutsche Bahn AG

Pro Bahn: "Sünden der Vergangenheit rächen sich"

Doch: Schon jetzt fallen vielerorts Züge aus wegen fehlendem Personal, kritisiert Andreas Barth vom Fahrgastverband Pro Bahn. Das Problem sei verschleppt worden:

"Letztlich rächen sich die Sünden der Vergangenheit, viele Jahre lang wurden nicht genügend Leute eingestellt. Wir spüren hier auch Personalmangel, es fallen immer wieder Züge aus deswegen. Jetzt ist die Deutsche Bahn in die richtige Richtung unterwegs, aber bis die Sünden alle behoben sind, dauert es leider noch." Andreas Barth, Fahrgastverband Pro Bahn

An Geld soll es nicht fehlen

Spontanevents in S-Bahnen und an Unis, Internetkampagnen und gezielte Übernahmen etwa von ehemaligen Air-Berlin-Mitarbeitern – auch so sucht die Bahn nach Personal. Am Geld soll es nicht mangeln, sagt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). 86 Milliarden Euro sollen in den kommenden 10 Jahren fließen.

Für Christina Hoiß gibt’s zum Einstand einen Rucksack und Blumen von Bahnvorstand und Bundesverkehrsminister. Ob die Strategie tatsächlich aufgeht, wird sich dann im Bahnalltag zeigen.