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Insolvenzantrag bei Fritsch GmbH: Produktion soll weiterlaufen | BR24

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Wegen drohender Zahlungsunfähigkeit hat die Fritsch GmbH beim Amtsgericht Würzburg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Betroffen sind nach Angaben der IG Metall bundesweit 600 Mitarbeiter, davon 500 am Firmensitz in Markt Einersheim.

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Insolvenzantrag bei Fritsch GmbH: Produktion soll weiterlaufen

Nach dem Insolvenzantrag des Backwarentechnik-Herstellers Fritsch GmbH sind die 500 Mitarbeiter am Firmensitz in Markt Einersheim informiert worden. Demnach soll die Produktion zunächst weiterlaufen. Außerdem läuft die Suche nach einem Investor.

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Bei einer Betriebsversammlung in Markt Einersheim wurden die Mitarbeiter von Fritsch am Mittwoch über die Insolvenz informiert. Viel Neues habe die Belegschaft aber nicht erfahren, sagte Werner Flierl von der IG Metall Würzburg dem BR. Flierl zufolge haben die Mitarbeiter "sehr gefasst" reagiert, ihr Einkommen ist durch das Insolvenzausfallgeld gesichert. Zu möglichen Kündigungen wurde offenbar nichts gesagt. Die Produktion solle weiterlaufen. Es seien Aufträge da, die in den nächsten Monaten abgearbeitet werden müssten. Außerdem hat die Suche nach einem Investor begonnen.

IG Metall: Fritsch-Mitarbeiter reagierten "sehr gefasst"

Zur GmbH gehören die Gesellschaften Fritsch Holding AG, Fritsch Vertriebsgesellschaft GmbH, Fritsch Bakery Systems GmbH - alle aus Markt Einersheim – sowie die Fritsch Service GmbH aus Heilbad Heiligenstadt in Thüringen. Auch für sie wurde Insolvenz beantragt. Der Antrag war notwendig geworden, weil die Finanzierung über die nächsten Monate nicht abgesichert werden konnte.

Insolvenz bei Fritsch: IG Metall ist überrascht

Gewerkschafter Werner Flierl zeigte sich im Vorfeld der Betriebsversammlung von der Entwicklung überrascht: "Wir dachten immer, die Firma wäre sehr gut im Rennen", sagte Flierl dem BR. Die Gewerkschaft hatte erst letzte Woche von den Zahlungsschwierigkeiten des Unternehmens erfahren.

Bisher keine Informationen über Entlassungen

Flierl hofft nun, dass durch den Insolvenzantrag eine Kündigungswelle abgewendet werden kann. Über die Gründe der Zahlungsunfähigkeit kann Flierl nur spekulieren. "Ich habe in der Presse gelesen, dass die Firma einen einkalkulierten Auftrag über 30 Millionen Euro nicht wie geplant bekommen hat." Außerdem sei von Missmanagement die Rede gewesen.

Missmanagement und weggebrochene Aufträge als Gründe?

Laut einer Presseerklärung der Fritsch Holding AG wird ein vorläufiger Insolvenzverwalter gemeinsam mit dem Vorstand verschiedene Sanierungsoptionen sowie bereits eingeleitete Maßnahmen zur Restrukturierung prüfen. Ziel sei es, den Geschäftsbetrieb der Unternehmen fortzuführen.

Insolvenzverwalter soll mögliche Sanierung prüfen

Fritsch-Vorstand Alexander Schmitz sieht offenbar gute Chancen, dass die Unternehmensgruppe sich durch ein Insolvenzverfahren nachhaltig sanieren kann: "Fritsch hat einen sehr guten Ruf im Markt, die Produkte sind von hoher Qualität und trotz verschärftem Wettbewerb und den Strukturveränderungen im Bäckerei-Gewerbe gefragt." Die Fritsch GmbH stellt Produktionsanlagen für Bäckereien her und macht nach eigenen Angaben 100 Millionen Euro Umsatz im Jahr. 80 Prozent der Maschinen werden exportiert.