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Autozulieferer Webasto erwartet "schwierige Jahre" | BR24

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Die ersten Coronafälle in Bayern gab es beim Autozulieferer Webasto. Die Firma musste zwei Wochen lang schließen. Heute nun machte Webasto Kassensturz - und das in schwierigen Zeiten.

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Autozulieferer Webasto erwartet "schwierige Jahre"

Der Höhepunkt der Corona-Krise ist noch nicht erreicht. Davon geht der Chef von Webasto aus. Das Unternehmen aus Stockdorf bei München rüstet sich deshalb für zwei schwierige Jahre. Mitarbeiter sollen beispielsweise bis Herbst in Kurzarbeit bleiben.

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Der Autozulieferer Webasto wurde deutschlandweit bekannt, als Anfang des Jahres die ersten Coronafälle in Deutschland in dem Unternehmen auftraten. Eine Mitarbeiterin aus China hatte einige ihrer Kollegen unwissentlich angesteckt. Heute hat die Firma ihre Bilanz für das abgelaufene Jahr vorgestellt und einen Jahresausblick gegeben.

Der Höhepunkt der Coronakrise ist noch nicht erreicht. Dessen ist man sich beim Autozulieferer Webasto sicher. Im ersten Quartal ist die Firma dabei vor Zinsen und Steuern in die roten Zahlen gerutscht - der operative Verlust lag bei 40 Millionen Euro.

Keine belastbare Zukunftsprognose bei Webasto

Und wie es weitergeht ist nicht vorherzusagen. Eine Prognose für dieses Jahr abzugeben sei unseriös, erklärte Vorstandschef Holger Engelmann bei einer Videokonferenz. Es wird jedoch mit einem deutlichen Ergebniseinbruch gerechnet.

Webasto leidet unter der Absatzkrise in der Autoindustrie. Weltweit sind die Verkäufe stark eingebrochen - unter anderem auch weil viele Autohäuser wochenlang geschlossen waren. Dazu kommt die anhaltende Kaufzurückhaltung vieler Kunden.

Kurzarbeit, keine Berater und auch keine Dividende

Engelmann rechnet damit, dass auch das nächste Jahr schwierig bleibt. Um finanziell handlungsfähig zu sein, würden deshalb die Kosten gesenkt.

So sind nach wie vor zahlreiche Mitarbeiter hierzulande in Kurzarbeit, neue Stellen sollen bis auf Ausnahmen nur noch intern besetzt werden. Zudem wurden externe Ausgaben, zum Beispiel für Berater, gestoppt. Auch soll es für 2020 keine Dividende für die Eigentümer geben. Langfristig sollen Lieferketten optimiert und die Digitalisierung vorangetrieben werden.

Trotzdem beste Aussichten für Webasto

Auf der anderen Seite spricht der Vorstand von besten Perspektiven, wenn die Krise einmal vorbei ist. Dabei verweist die Geschäftsführung auf volle Auftragsbücher und versprach auch künftig in Forschung und Entwicklung zu investieren, vor allem in den Ausbau des Bereichs Batterien und Ladelösungen für die Elektromobilität. Derzeit entfällt auf diese Sparte nur ein kleiner Teil des Geschäfts.

Das größte Geschäftsfeld bleiben Dachsysteme, wie zum Beispiel Schiebe- oder Panoramadächer.

© BR/Gabriel Wirth

Der Höhepunkt der Corona-Krise ist noch nicht erreicht. Davon geht der Chef von Webasto aus. Das Unternehmen aus Stockdorf bei München rüstet sich deshalb für zwei schwierige Jahre. Mitarbeiter sollen beispielsweise bis Herbst in Kurzarbeit bleiben.

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