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Wirtschaft

Autozulieferer Leoni braucht für die Sanierung 200 Mio Euro mehr | BR24

© Bayerischer Rundfunk 2019

Der kriselnde Automobilzulieferer Leoni mit Sitz in Nürnberg benötigt muss Liquidität erhöhen. Das teilte das Unternehmen mit.

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    Autozulieferer Leoni braucht für die Sanierung 200 Mio Euro mehr

    Dem angeschlagenen Autozulieferer Leoni droht das Geld auszugehen. Der Kabelbaum- und Bordnetz-Spezialist mit Sitz in Nürnberg braucht für seine Sanierung in den nächsten drei Jahren wohl rund 200 Millionen Euro mehr Liquidität.

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    Den Bedarf von 200 Millionen Euro hätten externe Experten nach Prüfung der prognostizierten mittelfristigen Geschäftsentwicklung bis 2022 errechnet, teilte Leoni nach einer Vorstandssitzung in Nürnberg mit. Ob diese Annahmen zutreffen, soll ein Sanierungsgutachten einer Wirtschaftsprüfungsggesellschaft überprüfen, das der Vorstand in Auftrag gibt.

    Gutachten für Banken

    Solch ein Gutachten brauchen vor allem Banken, die entscheiden müssen, ob sie ihre Kredite für ein angeschlagenes Unternehmen verlängern oder neue vergeben. Nach früheren Angaben hat Leoni drei Viertel seiner Kreditlinien fest, 25 Prozent könnten aber gekündigt werden.

    Schuldendarlehen über 170 Millionen Euro

    Leoni sei "weiterhin in sehr konstruktiven Abstimmungen mit seinen Kreditgebern", hieß es in der Mitteilung. Neue Kredite wolle das Unternehmen für den zusätzlichen Liquiditätsbedarf nicht aufnehmen. Allerdings muss der Vorstand bis Ende März 2020 ein Schuldscheindarlehen über 170 Millionen Euro tilgen. Nach früheren Angaben könnten dazu die bestehenden Kreditlinien verwendet werden. Bis dahin soll auch das Sanierungsgutachten vorliegen.

    Schuldenberg angestiegen

    Experten zufolge könnte das Geld bis Mitte 2020 knapp werden. Dem Konzern war die Expansion der vergangenen Jahre über den Kopf gewachsen. Der Schuldenberg ist auf 1,2 Milliarden Euro gestiegen. Nun will Leoni-Chef Aldo Kamper 2.000 Arbeitsplätze abbauen. Frisches Geld könnte mit dem Verkauf oder einem Börsengang der Kabel-Sparte hereinkommen, der 2020 über die Bühne gehen soll.