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Autozulieferer Brose streicht 2.000 Stellen in Deutschland | BR24

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Der Automobilzulieferer Brose will in den nächsten 3 Jahren an mehreren Standorten etwa 2000 Stellen abbauen. Der Grund: rückläufiger Markt - globaler Preisdruck und der Wandel in der Automobilindustrie.

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Autozulieferer Brose streicht 2.000 Stellen in Deutschland

Der Automobilzulieferer Brose baut bis 2022 rund 2.000 Stellen in Deutschland ab. Das hat das Unternehmen heute bekannt gegeben. Betroffen vom Stellenabbau sollen vor allem die fränkischen Standorte sein. Kommunalpolitiker sind besorgt.

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Der fränkische Autozulieferer Brose will in den nächsten drei Jahren in Deutschland 2.000 Arbeitsplätze abbauen. Der Großteil der Stellenstreichungen entfällt auf die Verwaltung sowie auf die Werke in Bamberg, Hallstadt, Coburg und Würzburg. Dort beschäftigt Brose, früheren Angaben zufolge, insgesamt 7.400 Mitarbeiter.

Verlagerung von Arbeitsplätzen in Niedriglohnländer

Die Anzahl der Auszubildenden wird ab dem kommenden Jahr ebenfalls um zehn Prozent reduziert. Die Produktion von Türschlössern in Wuppertal mit 200 Beschäftigten soll ins Ausland verlagert werden.

Der globale Wettbewerb zwinge Brose zur Verlagerung von Arbeit in Niedriglohnländer, so der Vorsitzender der Geschäftsführung Kurt Sauernheimer. Das Unternehmen macht den Wandel der Automobilindustrie, einen rückläufigen Markt insbesondere in China, globalen Preisdruck, aber auch interne Ursachen für diese Entscheidung verantwortlich. Als weitere Gründe nannte Brose die "einseitige Klimadebatte zulasten der Kfz-Industrie" und damit verbundene Unsicherheiten in der Branche, aber auch steigende Personal- und Arbeitskosten.

Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden

Es gehe auch um den Abbau von Bürokratie und Hierarchien, sagte Sauernheimer weiter. Betriebsbedingte Kündigungen wolle Brose weitgehend vermeiden. Nur durch die Einsparungen könne sich Brose Spielraum für Investitionen in Wachstum schaffen. Man wolle die Qualität verbessern und Kosten im mittleren dreistelligen Millionenbereich senken, um wettbewerbsfähiger zu werden. Bereits im Mai hatte das Unternehmen ein Sparprogramm angekündigt, die Dimension war allerdings bisher unklar.

Deutliche Umsatzeinbrüche

Brose hatte im Geschäftsjahr 2018 erstmals seit Jahren einen Rückgang beim Umsatz gemeldet. Im ersten Quartal 2019 hat sich der Rückgang deutlich verschärft, gleichzeitig sei der Gewinn eingebrochen, das war im Frühjahr bekannt geworden.

Sorge um Beschäftigte in Bamberg

In Bamberg haben der dortige Landrat Johann Kalb und Oberbürgermeister Andreas Starke die Nachricht mit großer Sorge aufgenommen. Rund 400 Stellen sollen in ihrer Region betroffen sein. "Nach Michelin ist das die zweite Hiobsbotschaft für den Arbeitsmarkt Bamberg innerhalb weniger Tage," so die beiden Kommunalpolitiker. Man wolle nun alles dafür tun, den Transformationsprozess so zu gestalten, dass es gute Lösungen für die Beschäftigen gebe: "Wir werden den direkten Draht zu den Verantwortlichen aufrechterhalten, sowohl zur Geschäftsführung als auch zum Betriebsrat."

Die in Zusammenhang mit der angekündigten Schließung des Michelin Werks in Hallstadt gegründete "Task Force" soll nun um die Brose-Standorte erweitert werden. Landrat und Oberbürgermeister betonen: "Uns liegen alle Arbeitsplätze am Herzen".

26.000 Beschäftigte weltweit

Das Unternehmen entwickelt und fertigt mechatronische Systeme für Fahrzeugtüren und -sitze sowie Elektromotoren und Elektronik, unter anderem für Lenkung, Bremsen, Getriebe und Motorkühlung. Weltweit beschäftigt Brose gut 26.000 Menschen.

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Der fränkische Autozulieferer Brose will in den nächsten drei Jahren in Deutschland 2.000 Arbeitsplätze abbauen. Das hat das Familienunternehmen aus Coburg bekanntgegeben.