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Autoindustrie: Schwere Krise - Warnung vor Einseitigkeit | BR24

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Markus Söder (CSU) fordert Konzepte, um der Automobilindustrie zu helfen, den Strukturwandel zu bewerkstelligen. Sonst drohe Massenarbeitslosikgeit, so der bayerische Ministerpräsident.

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Autoindustrie: Schwere Krise - Warnung vor Einseitigkeit

Vor dem Autogipfel heute Abend im Kanzleramt warnen der Verband der Automobilindustrie VDA und der ADAC vor einer einseitigen Ausrichtung auf Elektromobilität. Andere Antriebsarten, auch Verbrennungsmotoren, sollen nicht vernachlässigt werden.

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VDA: Klimaziele nur mit Antriebsmix erreichbar

Um im Individualverkehr CO2 einzusparen, setzt die Bundesregierung vor allem auf das Elektroauto. Damit allein, so kritisiert der Verband der Automobilindustrie VDA, ließen sich aber die Pariser Klimaschutzziele nicht erreichen. Neben der Elektrifizierung brauche man einen Mix aller verfügbaren Antriebe.

"Mittel- und langfristig auch Brennstoffzellentechnologie. Eine Optimierung des Verbrennungsmotors und die Anwendung von erneuerbaren Kraftstoffen und synthetischen Kraftstoffen wie z.b. e-fuels ist genauso wichtig wie Erdgas und Biomethan. Ich glaube, wir sind immer gut in Transformationsphasen, wenn wir breit denken und uns nicht zu früh einseitig festlegen." Hildegard Müller, Präsidentin Verband der Automobilindustrie VDA

 Gegen den Kurs der Bundesregierung hat nicht nur der VDA erhebliche Einwände. Ähnlich argumentiert auch der ADAC. Beide Verbände fordern von der Bundesregierung mehr Technologieoffenheit.

"Der elektrische Antrieb ist zweifelsfrei ein Teil der Lösung, aber er ist nach allem, was wir heute wissen, nicht die ganze Lösung. Wir brauchen also zusätzliche weitere Antriebe." Karsten Schulze, ADAC

Bayerische Autobranche: Massiver Einbruch im zweiten Quartal

Der Bayerische Unternehmensverband Metall und Elektro (bayme) und der Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie (vbm) veröffentlichten Zahlen zur Situation der Automobilbranche im Freistaat. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2019 ist die Autoproduktion im zweiten Quartal 2020 um fast 50 Prozent gesunken.

"Die Zahlen für das zweite Quartal sind erschreckend. Sie verdeutlichen die tiefe Rezession, die die Corona-Krise in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie hervorgerufen hat." Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer bayme vbm

Die Zahl der Beschäftigten in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie war weiter rückläufig. 857.000 Menschen beschäftigt die bayerische M+E Industrie derzeit.

"Der Beschäftigungsabbau in der M+E Industrie hat durch die Corona-Krise leider an Dynamik gewonnen. Einzig durch den umfangreichen Einsatz von Kurzarbeit konnte bislang ein stärkerer Stellenabbau verhindert werden." Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer bayme vbm

Tiefpunkt der Krise scheint überwunden - langer Aufholprozess

Die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie glauben, das der Tiefpunkt der Krise vorerst überwunden ist. Der Aufholprozess werde aber lange dauern und die Unsicherheiten aufgrund des Infektionsgeschehens machen die Planungen der Betriebe schwierig.

ifo Institut: Weiterhin viele Kurzarbeiter in Bayern

Nach Berechnungen des Münchner ifo Instituts ist Bayern weiterhin das Bundesland mit den meisten Kurzarbeitern. Weniger als einem Million, genau 990.000 Menschen waren im August in Kurzarbeit. Das sind 17 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. Im Juli waren es noch 21 Prozent, das sind 1,2 Millionen.

"In Ländern mit großer Automobil- und Zuliefer-Industrie sowie Metallverarbeitung und Maschinenbau wird weiterhin sehr viel Kurzarbeit gefahren." Sebastian Link, Arbeitsmarkt-Experte ifo Institut

Bundesweit ist die Zahl der Kurzarbeiter im August nach Schätzungen des ifo Instituts auf 4,6 Millionen Menschen (14 Prozent) gesunken, nach 5,6 Millionen (17 Prozent) im Juli.