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Auto- und Industriezulieferer Schaeffler trotzt der Krise | BR24

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Schaeffler in Herzogenaurach

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Auto- und Industriezulieferer Schaeffler trotzt der Krise

Die deutsche Autoindustrie steht unter Druck. Das geht auch an dem fränkischen Auto- und Industriezulieferer Schaeffler nicht spurlos vorüber. Heute hat das Unternehmen seine Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr vorgelegt.

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Von
  • Nicole Schmitt

Normalerweise kommen durch die Werkstore von Schaeffler in Herzogenaurach täglich etwa 10.000 Beschäftigte. Davon aber ist man momentan weit entfernt. Auch bei dem fränkischen Auto- und Industriezulieferer ist coronabedingt Kurzarbeit und Homeoffice angesagt.

Schaeffler kam 2020 gut durch die Krise

Das Jahr 2020 sei von großen Unsicherheiten geprägt gewesen, sagte der Vorstandsvorsitzende Klaus Rosenfeld. Dennoch sei man mit einem Umsatzrückgang von 10,4 Prozent noch relativ gut durch die Krise gekommen. Der Umsatz der Schaeffler-Gruppe lag bei 12,6 Milliarden Euro (Vorjahr: rund 14,4 Milliarden Euro). Vor allem der Markt in China konnte sich vergleichsweise schnell erholen. Dort schloss das Unternehmen das Geschäftsjahr mit einem Umsatzplus ab. Für 2021 rechnet Schaeffler mit einem Umsatzwachstum von mehr als sieben Prozent.

Chancen liegen in der E-Mobilität und im Wasserstoff

Gerade im Bereich der E-Mobilität habe man 2020 große Fortschritte gemacht. Die Auftragslage übertreffe die Erwartungen. Eine neue E-Motoren-Fabrik soll 2021 in Ungarn eröffnet werden. Große Chancen sieht das Unternehmen laut dem Vorstandsvorsitzenden Klaus Rosenfeld darüber hinaus im Zukunftsfeld Wasserstoff. So soll am Firmensitz in Herzogenaurach neben einem neuen Zentrallabor für 80 Millionen Euro auch ein Kompetenzzentrum für Wasserstoff entstehen. Das wirtschaftliche Umfeld bleibe aber herausfordernd, so Rosenfeld weiter.

Schaeffler setzt auf Umstrukturierung

Das Unternehmen befindet sich in einem tiefgreifenden Umstrukturierungsprozess. Um wettbewerbs- und zukunftsfähig zu bleiben, sollen auch Standorte geschlossen werden. Von den weltweit mehr als 83.000 Arbeitsplätzen (Stand: 2020) sollen rund 4.400 abgebaut werden – viele davon in Deutschland. Auch Standorte in Franken sind davon betroffen. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern seien auf einem guten Weg und sollen in den nächsten Wochen abgeschlossen werden, so Vorstandschef Klaus Rosenfeld. "Uns ist bewusst, dass dies mit Einschnitten verbunden ist." Dem Unternehmen sei aber auch wichtig, dass die Maßnahmen sozialverträglich blieben.

Schaeffler rechnet mit Vorkrisenniveau erst nach 2022

Auch wenn sich der fränkische Automobil- und Industriezulieferer gut gerüstet sieht für die anstehenden Herausforderungen, rechnet Schaeffler dennoch erst nach dem kommenden Jahr damit, ein vergleichbares Niveau wie zur Zeit vor der Coronakrise zu erreichen. "Wir blicken zuversichtlich auf das kommende Geschäftsjahr und gehen für unsere Märkte von einem relativ robusten Wachstum aus. Allerdings bleibt das wirtschaftliche Umfeld in Zeiten der Pandemie herausfordernd, mit dem Erreichen des Vorkrisenniveaus rechnen wir erst nach 2022", sagte Finanzvorstand Klaus Patzak.

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Der fränkische Autozulieferer Schaeffler muss zwar Kapazitäten reduzieren, also Arbeitsplätze in der Verwaltung abbauen, will aber andererseits seine Kompetenzen auf dem Forschungs- und Entwicklungssektor stärken und ausbauen.

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