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Das Schuljahr endet. Viele Jugendliche haben noch keinen Ausbildungsplatz, aber gute Chancen: Laut Arbeitsagentur gab es Ende Juni für jede(n), der oder die sich bewirbt, zwei Lehrstellen. Jetzt müssen Betriebe und Jugendliche noch zusammenfinden.

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Wie Jugendliche noch Ausbildungen finden

Das Schuljahr endet. Viele Jugendliche haben noch keinen Ausbildungsplatz, aber gute Chancen: Laut Arbeitsagentur gab es Ende Juni für jede(n), der oder die sich bewirbt, zwei Lehrstellen. Jetzt müssen Betriebe und Jugendliche noch zusammenfinden.

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  • Leonie Thim

Endlich hat die Gastronomie wieder geöffnet und endlich kann Kevin Ziegler wieder in der Küche des Park Café München stehen, um Gerichte zuzubereiten. Monatelang hatte der 27-Jährige im vergangenen Jahr nur Online-Unterricht und das im zweitem Lehrjahr seiner Ausbildung zum Koch. Jetzt wieder anpacken zu können, freut ihn sehr, sagt er.

Für ihn war klar, dass er Koch werden will, weil er in diesem Beruf in jedem Land arbeiten könne, sagt er und so hat Kevin Ziegler seinen Traumberuf gefunden. Rund 20.000 Jugendliche in Bayern hatten nach Angaben des Statistischen Bundesamts bis Ende Juni noch keine Ausbildung oder Alternative - und das neue Ausbildungsjahr beginnt bereits am 1. September.

Ausbildungszahlen seit Jahren rückläufig

Seit Jahren sind die Ausbildungszahlen rückläufig. Immer mehr junge Menschen entscheiden sich gegen eine Lehre und für einen höheren Schulabschluss. Auch in diesem Jahr sind bayernweit noch 40.858 Lehrstellen unbesetzt, meldet die Bundesagentur für Arbeit.

Dem gegenüber stehen etwa 20.824 junge Menschen, die noch nicht wissen, was sie nach der Schule machen wollen. Rein rechnerisch könnte jeder junge Mensch zwei Ausbildungen beginnen. In der Realität ist es jedoch nicht immer so einfach, die passende Ausbildung zu finden, erklärt Jennifer Pieler. Sie arbeitet als Berufsberaterin in der Agentur für Arbeit in München viel mit Jugendlichen zusammen.

Agentur für Arbeit: Berufswahl durch Corona erschwert

Durch die Pandemie und den damit verbundenen Lockdown sei es für viele junge Menschen momentan noch schwieriger, sich für einen bestimmten Beruf zu entscheiden als in den Jahren zuvor, sagt sie. Das liege daran, dass Schülerinnen und Schüler im Lockdown eigentlich keine Praktika machen und die verschiedenen Berufe nicht aktiv kennenleren und ausprobieren konnten.

Auch die Berufsorientierung, die normalerweise im Klassenzimmer stattfindet, sei im Wechsel- oder Online-Unterricht im vergangenen Corona-Schuljahr nur digital möglich gewesen, erklärt Jennifer Pieler.

Gute Chancen auf Lehrstelle

Doch wer bis jetzt noch keine Lehrstelle gefunden hat, braucht nicht verzweifeln, sagt sie. Allein in den bayerischen Handwerksbetrieben fehlen nach eigenen Angaben aktuell rund 9.600 junge Fachkräfte, die eine Ausbildung starten wollen. Auch in medizinischen Berufen, dem Lebensmittel-Einzelhandel sowie der Industrie sind Lehrlinge gefragt. In Bayern gibt es mehr als 300 Ausbildungsberufe.

Noch immer ist es möglich, sich zu informieren, vielleicht den ein oder anderen Betrieb in einem Praktikum während der Sommerferien kennenzulernen, um womöglich doch noch einen Ausbildungsplatz zu finden, sagt Jennifer Pieler.

Berufsmessen, Praktika, Berufsberatung in den Sommerferien

Damit junge Menschen und Betriebe zusammenfinden, finden in manchen bayerischen Regionen in den kommenden Wochen Berufsmessen statt, wie die Informationsbörse "Klick, Klick, Traumberuf", die am 26. Juli in Erlangen startet. Auf der Infobörse stellen sich Betriebe vor, die noch Lehrlinge im Raum Erlangen-Höchstadt suchen.

Informationen über die Veranstaltungen bieten unter anderem die Agentur für Arbeit, die Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammer. Auch unterstützen die Berufsberater dieser Organisationen die Jugendlichen auch während des Sommers bei der Suche nach einer Lehrstelle, so dass zum Start des neuen Lehrjahres jeder einen Traumberuf wie Jan Ziegler finden kann.

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Ende Juni gab es rein rechnerisch für jeden jungen Mensch zwei Ausbildungsplätze und trotzdem suchen immer noch viele Jugendliche einen Ausbildungsplatz oder eine Alternative. Betriebe und Jugendliche müssen sich halt auch finden ...

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