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Die Corona-Pandemie legt weiterhin Teile der deutschen Wirtschaft lahm – deshalb werden gerade reihenweise die Konjunkturprognosen heruntergesetzt. Auch das Münchner Ifo-Institut hat jetzt seine Prognose gesenkt.

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Aufschwung wird vertagt – Ifo-Institut senkt Konjunkturprognose

Die Corona-Pandemie legt weiterhin Teile der deutschen Wirtschaft lahm – deshalb werden gerade reihenweise die Konjunkturprognosen heruntergesetzt. Auch das Münchner Ifo-Institut hat jetzt seine Prognose gesenkt.

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Von
  • Christine Bergmann

Der Aufschwung wird vertagt – aber er wird kommen. So kann man die neue Konjunkturprognose des Münchner Ifo-Instituts interpretieren. Die Corona-Pandemie zieht sich länger hin als vor drei Monaten gedacht und das Impfen geht langsamer vonstatten.

Ifo-Institut rechnet mit 3,7 Prozent Wachstum

Deshalb wird die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr nur um 3,7 Prozent wachsen, statt wie bisher angenommen um 4,2 Prozent. Dass die Wirtschaftsleistung überhaupt so stark zunimmt, liegt vor allem an der exportorientierten Industrie, die sich derzeit kräftig erholt – sie kann ja relativ normal produzieren.

"Die deutsche Wirtschaft hat einen weiteren Schlag erhalten vom Virus, stürzt aber nicht ab und wird k.o., sondern schlägt sich angezählt und taumelnd durch. Gestützt vor allem durch die deutsche Industrie." Timo Wollmershäuser, Konjunkturchef des Ifo-Instituts

Sobald die Beschränkungen auch im Handel, der Gastronomie und der Hotellerie aufgehoben werden, rechnet das Ifo-Institut auch dort mit einem gewissen Nachholeffekt. Denn die Bürger haben viel Geld gespart, das dann womöglich ausgegeben wird. Wenn die Corona-Maßnahmen das Wirtschaftsleben noch länger einschränken sollten, werden sich die Erholungseffekte stärker in das nächste Jahr verlagern.

Keine Angst vor Inflation

Inflationssorgen sind aus der neuen Prognose nicht herauszulesen. Zwar werden die Inflationsraten in diesem Jahr deutlich steigen, das führen die Konjunkturforscher aber hauptsächlich auf einmalige Effekte wie die Anhebung der Mehrwertsteuer und der CO2-Steuer zurück.

Frust über Corona-Politik

Großen Frust hörte man beim Thema Politik bei den Wirtschaftsforschern raus. Der Leiter des ifo-Zentrums für Makroökonomie, Andreas Peichel, beklagt, dass wir dem Virus nur hinterherlaufen. Obwohl es viele gute Ideen gäbe:

"Auf den oberen Ebenen hat man das Gefühl dass viele mittlerweile in gewisser Weise nicht virusresistent sondern beratungsresistent geworden sind." Andreas Peichel, Leiter des ifo-Zentrums für Makroökonomie

Und das sei dann doch erschreckend.

Am Freitag legt das Institut dann seinen monatlichen Ifo-Geschäftsklimaindex vor.

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