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Symbolbild: Audi-Mitarbeiter hält einen Kasten mit Audi-Logos auf der Montagelinie Audi A4 im Werk der Audi AG in Ingolstadt
© pa/dpa/Stephan Goerlich
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Symbolbild: Audi-Mitarbeiter hält einen Kasten mit Audi-Logos auf der Montagelinie Audi A4 im Werk der Audi AG in Ingolstadt

Am Audi-Standort Ingolstadt ringen Vorstand und Betriebsrat derzeit um die Streichung einer Nachtschicht. Das entsprechende Ansinnen des Vorstands, diese Schicht schon ab März zu streichen, hat der Betriebsrat vorerst zurückgewiesen. Das sagte Betriebsratssprecher Ralf Mattes dem Bayerischen Rundfunk.

Streichung der Schicht nicht vom Tisch

Mit Blick auf die schwache Auslastung des Werks geht der Kampf um den Sparkurs allerdings weiter. "Über die Nachtschicht auf der Linie 1 ist noch nicht entschieden", erklärte Audi-Sprecher Joachim Cordshagen heute gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Aber eine Streichung bereits im März sei "kein Thema mehr". Die Gespräche zwischen dem Vorstand und dem Betriebsrat über ein mögliches Vorgehen gingen jedoch weiter, denn das Unternehmen brauche "mehr Flexibilität".

Forderung: Vorstand soll Strategie darlegen

Die Arbeitnehmervertreter fordern eine umfassende Aufklärung vom Vorstand über das Ausmaß der bestehenden Misere und eine Strategie, wie Audi-Chef Bram Schot das Unternehmen aus der Krise führen will. Wie Insider dem Bayerischen Rundfunk erklären, fordern die Arbeitnehmervertreter "einen kompletten Aus- und Einblick, wie es weitergehen soll, was geplant ist." Bevor nicht alle Fakten auf dem Tisch liegen, sei der Betriebsrat nicht gewillt, auf die Forderungen der Unternehmensleitung nach Schichtstreichungen einzugehen.

Kritik an Audi-Chef Schot

Das Thema soll am morgigen Mittwoch erneut besprochen werden. Dann treffen sich die Arbeitnehmervertreter im Audi-Aufsichtsrat zu einer Klausurtagung, um die Sitzung des Audi-Aufsichtsrats am Donnerstag (21.02.) in Wolfsburg vorzubereiten.

Wie Insider dem Bayerischen Rundfunk berichten, üben die Arbeitnehmervertreter harte Kritik an Audi-CEO Bram Schot. Sie werfen ihm "fehlende Unternehmensstrategie" vor. Er habe "keinen Plan, wie Audi wieder erfolgreicher werden kann". Schot müsse jetzt "endlich liefern. Allein an den Arbeitnehmern zu sparen, ist kein Plan."

Produktionsmenge bei Audi Ingolstadt sinkt kontinuierlich

Fest steht, dass der Audi-Standort Ingolstadt seit langem nicht ausgelastet ist. Nach internen Berichten wurden im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit vielen Jahren weniger als eine halbe Million Autos (492.000) produziert. Die Produktionsprognose für das laufende Jahr liegt noch einmal deutlich darunter, derzeit bei 470.000 Autos.

Hätte sich die Unternehmensleitung mit ihrem Ansinnen durchgesetzt, die Nachtschicht dauerhaft bereits ab März zu streichen und dann eine weitere Schicht ab September zu kippen, wäre die Produktionsprognose für 2019 damit auf 441.000 Autos gesunken. Das wäre der tiefste Produktionsstand seit über einem Jahrzehnt.

Ursache: Probleme mit WLTP

Hintergrund für den vom Management angestrebten Spar- und Streichkurs sind die anhaltenden Probleme mit dem Abgas-Testverfahren WLTP. Nach wie vor fehlt vielen Audi-Varianten die Zulassung. Das senkt die Nachfrage.