BR24 Logo
BR24 Logo
Wirtschaft

Illegale Abschalteinrichtung beim Golf 7? | BR24

© BR

Auch neue VW-Dieselmotoren der Reihe EA 288 verfügen offenbar über eine Abschalteinrichtung. In einem noch unveröffentlichten Urteil des Landgerichts Duisburg, das dem SWR vorliegt, wird diese Einrichtung bei einem VW Golf 7 als illegal eingestuft.

14
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Illegale Abschalteinrichtung beim Golf 7?

Neuere VW-Dieselmotoren der Reihe EA 288 verfügen offenbar auch über eine Abschalteinrichtung. In einem noch unveröffentlichten Urteil des Landgerichts Duisburg wird diese Einrichtung bei einem VW Golf 7 als illegal eingestuft.

14
Per Mail sharen
Teilen

Laut dem Urteil, das bereits Ende 2018 gesprochen wurde, bisher aber noch unveröffentlicht ist, hat VW "sittenwidrig" und "vorsätzlich" betrogen, indem eine Abschalteinrichtung eingebaut wurde, die erkennt, ob das Auto gerade einen Testzyklus auf einem Prüfstand durchläuft.

650 Klagen von VW-Kunden anhängig

Es ist das erste Urteil gegen Dieselmotoren der Baureihe EA 288, bundesweit sind nach Angaben des VW-Konzerns gegenüber dem SWR mehr als 650 Klagen gegen VW wegen neuerer Dieselmotoren der Baureihe EA 288 anhängig.

Rechtskräftig ist das Urteil des Landgerichts Duisburg noch nicht.

Golf 7 TDI im Fadenkreuz

VW hat bisher stets bestritten, dass auch diese Motoren eine illegale Abschalteinrichtung und eine Zykluserkennung haben. Laut Gericht hat VW aber zugegeben, dass der Golf 7 TDI mit Euro 6-Norm erkennt, ob er auf einem Prüfstand steht. Zudem bestritt VW vor Gericht nicht, dass die Fahrzeuge eine "Abschalteinrichtung" haben.

Gegen das Urteil des Landgerichts hatte VW Berufung vor dem Oberlandesgericht eingelegt. Doch hier kam es nicht zu einem Urteil. Offenbar hat VW dem klagenden Besitzer das Angebot gemacht, den Wagen zurück zu kaufen.

EuGH-Urteil steht noch aus

Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) zu der Frage, wann man von einer illegalen Abschaltvorrichtung sprechen kann, steht noch aus. Der Generalanwalt hat seinen Schlussantrag dazu noch nicht gestellt. Der ursprünglich auf den 23. Januar datierte Termin wurde verschoben - ein neues Datum ist noch nicht bekannt.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!